zur Navigation springen

Sprengungen von EC-Automaten : Länderübergreifende Fahndung

vom

Um nach den Tätern der gesprengten Geldautomaten im Land zu fahnden, bündeln Behörden aus mehreren Bundesländern ihre Informationen. Abläufe der Straftaten sollen verglichen werden, um auf die Täter schließen zu können.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2012 | 08:43 Uhr

Ludwigslust | Der Alltag ist seit Montag wieder in der Filiale Eldena der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin eingekehrt. Doch der Schock bei den Angestellten und auch bei den Menschen im Ort nach dem Sprengversuch des EC-Automaten (kleines Foto) in der Nacht zu Karfreitag sitzt noch tief. Die ermittelnde Sondereinheit in Schwerin gibt derzeit keine weiteren Ergebnisse in die Öffentlichkeit, weil der Sachstand der selbe wie kurz nach dem Gewaltverbrechen geblieben sei, informierte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock gestern auf Anfrage der SVZ.

Dass intensiv nach den rücksichtslosen Bankräubern gefahndet wird, ist nur allzu gut verständlich. Wie die SVZ von der Polizeidirektion Lüneburg erfuhr, stehen ihre Ermittler im intensiven Austausch mit den Beamten in Schwerin und Lübeck. Hintergrund dieses Fahndungsnetzwerkes sind Ermittlungen und Erkenntnisse über Straftaten, die gleiche wie sich ähnelnde Tatmuster aufzeigen.

Die Kriminalisten vergleichen die Abläufe dieser schweren Straftaten, um auf die Täter schließen zu können. Nach Auskunft eines Spezialisten von der Lüneburger Polizeidirektion ist es kriminalistische Schwerstarbeit, jede Sprengung oder den Versuch exakt einem Täter oder Tätergruppe zuzuordnen. Diese hoch kriminelle Masche verfolgt nicht nur ein Straftäter, wie Erfolge der Kriminalpolizei in der zurückliegenden Zeit ergeben haben. Die Fahndung nach den brutalen Kriminellen erfordert von den Beamten ein Höchstmaß an Wissen um diese als Bandenkriminalität eingestuften Straftaten. Und es gehört auch zur Taktik der Kripo, Ergebnisse von Ermittlungen verschwiegen zu bündeln, um die Beweislast zu erhöhen, lautete eine andere Antwort.

Derartige Straftaten wurden in jüngerer Zeit auch im niedersächsischen Gartow/Landkreis Lüchow-Dannenberg, in der Hansestadt Lübeck und eben in Eldena verübt. Eines ist allen Straftaten gemein: Bei dem Versuch, an die im EC-Automaten eingebaute Geldkassette zu gelangen, gehen die Täter ohne Rücksicht auf Menschen und Inventar um. Die Sprengung wird durch ein hochexplosives Gasgemisch ausgelöst. Nicht immer stimmt dabei das Mischungsverhältnis und das Volumen des brisanten Gemisches, wie der Sprengversuch des EC-Automaten in Malliß im Jahre 2010 verdeutlichte. Dort flog das gesamte Gebäude durch die Wucht der Detonation in die Luft.

An die Detonationsspuren im Außenbereich der Sparkassenfiliale Eldena erinnert nur noch eine kleine Stelle an der Eingangstür, deren eine Scheibe über wenige Zentimeter gesplittert ist; und der vor dem Gebäude installierte mobile EC-Geldautomat. Das Gerät weist die selben Funktionen auf, wie das zerstörte Modell, das einst im vorderen Serviceraum des Gebäudes eingebaut gewesen war. Mit dem bereitgestellten EC-Geldautomaten ist das gesamte Angebot der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin auch wieder in der Filiale Eldena zu erhalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen