Ludwigslust : Labrador Emma entspannt sie alle

Alle sind entspannt, wenn Emma in der Klasse 8.4. ist.  Fotos: andreas münchow
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Alle sind entspannt, wenn Emma in der Klasse 8.4. ist. Fotos: andreas münchow

Vierjährige Hündin sorgt am Ludwigsluster Goethe-Gymnasium mit für konzentrierten Unterricht

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30. Juni 2016, 21:00 Uhr

„Good morning“, begrüßt Lehrerin Antje Korinth ihre Schüler. Im Englisch-Unterricht ihrer Klasse 8.4. am Ludwigsluster Goethe-Gymnasium steht an diesem Donnerstagmorgen eine 90-minütige Präsentation auf dem Plan. Doch zuvor ist ein besonderer Gast dabei: Labrador-Hündin Emma. Die ist „Helferin“ von Ramona Stein, Lehrerin und Kooperationsmanagerin an der Schule.

Emma „besucht“ regelmäßig die Klassen, immer donnerstags auch die 8.4. „Der Kontakt mit dem Tier kann Schüler gerade in Stresssituationen beruhigen“, sagt Ramona Stein. Finden auch die Schüler. „Wenn Emma hier ist, geht es mit der Lautstärke runter. Wir wissen ja, dass sie ein empfindliches Gehör hat“, sagt Bennet. Gina meint: „Es tut gut, wenn Emma sich hinlegt und wir sie streicheln können. Das beruhigt.“ „Der Kontakt mit Emma macht den Kopf frei und man kann andere Dinge vergessen“, so Hans. Auch Klassenlehrerin Antje Korinth findet das Projekt gut. „Wenn Emma da ist, konzentrieren sich alle viel mehr als sonst“, sagt die Pädagogin.

Ramona Stein hatte die Hündin 2012 als Welpen erworben und zu Beginn des Schuljahres 2012/13 mit in die Schule genommen . Idee des Projekts ist, dass der Kontakt mit dem Tier Kindern und Jugendlichen, die sich von der Gruppe ausgeschlossen fühlen, helfen und ihr Selbstwertgefühl steigern kann. Sie sehen Emma als ein Wesen an, das sie akzeptiert.

Bezugsperson für Emma war neben Ramona Stein bisher Luise. Die Abiturientin verlässt nun das Gymnasium. „Ein Mensch merkt vielleicht nicht, wenn ein anderer Sorgen hat. Doch Emma merkt das sofort, geht zu demjenigen und stupst ihn an, als wolle sie trösten und lässt sich streicheln“, weiß Luise. Sie hat inzwischen eine „Nachfolgerin“, die aus der Klasse 8.4. kommt: Wiebke. „Es ist schön, zu sehen, dass Emma in guten Händen bleibt. Es passt zwischen beiden“, freut sich Luise, die auch künftig Kontakt zu Emma hat: Man wohnt zwei Straßen voneinander entfernt.

Die Schüler wissen, wo sie Emma auch in den Pausen finden: Im Zimmer von Ramona Stein. Mancher kommt schnell auf eine Streicheleinheit für Emma vorbei – und wohl auch für die eigene Seele. Schulleiter Ekkehard Detenhoff hat sich stets für das Projekt eingesetzt, trotz anfänglicher Skepsis mancher Lehrkräfte. „Heute ist Emma eine ,Kollegin’“, schmunzelt er. „Als sie ein Welpe war, gab es auch Bedenken, sie könne aggressiv sein. Doch nichts davon ist eingetreten. Emma ist total zuverlässig.“

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