Ludwigslust : „Kunst trifft Spiel“ unter Bäumen

„Die Wächterin“ erhebt sich aus der Stuhllehne. Fotos: kahe
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„Die Wächterin“ erhebt sich aus der Stuhllehne. Fotos: kahe

Am Alten Forsthof entsteht ein Park für alle Generationen mit Sitzgruppen, Spielgeräten und einem Labyrinth aus Hainbuchen

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06. Mai 2017, 07:00 Uhr

Der Regen weicht den Boden auf und macht das Holz glitschig. Doch Igor Korshun lacht, zieht sich die Kapuze tiefer ins Gesicht und sagt: „Es heißt doch, bei Regen wächst alles. So ist es auch hier. Ihr werdet sehen, das wird schön.“

Seit dieser Woche ist der Holzschnitzer aus Kraak fast täglich draußen im Park am Alten Forsthof. Nach wochenlanger Arbeit in seinem Atelier platziert er die ersten Kunstwerke im Freien. Dort, wo es Landschaftsarchitektin Andrea Spaethe in ihren Plänen vorgesehen hat.

Blattwerk. So heißt die erste Sitzgruppe aus wetterbeständigem Eichenholz. „Hier kommt nichts von der Stange“, sagt Andrea Spaethe. „Jedes Teil ist ein Unikat, und oft spielt bei seiner Entstehung der Zufall eine Rolle.“ So sei die Waldelfe, die Igor in eine Stuhllehne geschnitzt hatte, eigentlich gar nicht geplant gewesen. Der Baumstamm bot sich dafür aber einfach an. „Und dass die Elfe ein bisschen Ähnlichkeit mit Andrea hat, ist auch purer Zufall“, sagt Igor Korshun zwinkernd.

Die Landschaftsarchitektin aus Niendorf an der Rögnitz hat den Park im Auftrag der Stadt konzipiert. Das Projekt für den neuen Erlebnisraum „Kunst trifft Spiel“ wird mit Fördermitteln aus dem europäischen Leader-Programm finanziert. Ursprünglich sollte hier nur ein Spielplatz gebaut werden. Doch weil auf dem Gelände bereits Kunst vom Verein Kukululu steht und in das Gebäude des alten Forsthofes bald die Tagespflege der Volkssolidarität einzieht, wird aus der Spielplatz-Idee nun ein Mehrgenerationenprojekt. Ein Park mit Sitzgruppen für Senioren und Familien, mit einem Balancier-Pfad, einem Labyrinth aus Hainbuchen, mit kleinen Höhlen und einem hölzernen begehbaren Ameisenhaufen. Das Herzstück ist die Burgruine aus Natursteinen, die an die Grotte im Ludwigsluster Schlosspark erinnern soll. „Die Natur hat uns bei der Planung inspiriert“, sagt Andrea Spaethe. „Und genauso sollen sich auch die Ludwigsluster inspirieren lassen, wenn sie den Park für sich entdecken.“

Noch vor der offiziellen Einweihung im Sommer sind die Ludwigsluster am 24. Juni zu einem Bürgereinsatz eingeladen. Sie können helfen, den Sandkasten zu umranden, bei Kaffee und Kuchen die Sitzbänke testen oder unter Anleitung von Igor Korshun das Schnitzen lernen.

Der Verein Kukululu, der das vergessene Parkgelände schon vor etlichen Jahren wieder zum Leben erweckt hatte, wird sich auch künftig hier einbringen. Die kleine gepflasterte Halbarena bleibt als Bühne erhalten. Zu ihr wird ein neuer Stromanschluss gelegt, und schon im Herbst soll es hier das erste Konzert geben.

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