Helden-Serie : Kummer: Löscheinsatz statt Heuernte

Löscheinsatz statt Heuernte: Martin Smentek (r.) und Christoph Köster waren mit Güllebombern am Kampf gegen das Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz beteiligt.
Löscheinsatz statt Heuernte: Martin Smentek (r.) und Christoph Köster waren mit Güllebombern am Kampf gegen das Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz beteiligt.

Dieses landwirtschaftliche Lohnunternehmen war mit vier Güllebombern am Kampf gegen den Waldbrand beteiligt.

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04. September 2019, 20:00 Uhr

Die Rauchwolken hatte Martin Smentek schon von der Autobahn bei Groß Laasch aus gesehen. Auf dem Rückweg aus dem Urlaub. Einer seiner Leute vom Agrarservice Smentek aus Kummer hatte da schon den Kampf gegen den Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen aufgenommen. Mit einem Güllebomber. Wenige Stunden später saß auch Martin Smentek auf dem Traktor.

Mit insgesamt vier Güllebombern beteiligte sich das Landtechnik-Unternehmen an diesem außergewöhnlichen Löscheinsatz. „Wir wollten helfen, das Feuer in den Griff zu bekommen“, sagt Firmengründer Ekhard Smentek. Der erste Wagen hatte keinen weiten Weg zum Einsatzort. „Er war noch vor Ort, weil wir nach dem Brand wenige Tage zuvor im Auftrag der Forst Nachlöscharbeiten gemacht und Wasser bereitgestellt hatten“, erklärt Martin Smentek. Die anderen Wagen wurden gespült und gewaschen, um dann mit jeweils 18 000 bis 25 000 Litern Wasser in den Löscheinsatz zu gehen.

 

Zu tun hatte das landwirtschaftliche Lohnunternehmen zu diesem Zeitpunkt genug. „Wir waren beim Heu und Silo machen“, erklärt Martin Smentek. „Das musste dann parallel laufen.“ Immerhin hat der Agrarservice mittlerweile 25 Mitarbeiter. Und bei denen mussten die Chefs auch nicht lange fragen. „Es gab genügend Freiwillige“, erinnert sich Martin Smentek. Und die Motivation ist schnell erklärt. „Wenn du durch die Dörfer gefahren bist und die Leute gesehen hast, die dort auf gepackten Koffern sitzen, dann wolltest du die Leute und ihre Häuser einfach nur schützen“, sagt Christoph Köster, der bereits seit 17 Jahren für das Unternehmen arbeitet.

Schon einmal mit den Güllebombern im Feuereinsatz

Zunächst sei es darum gegangen, die Ortschaft Trebs zu schützen. „Dort haben wir eine Wiese bewässert, damit sich das Feuer dort nicht ausbreiten kann“, erzählt Christoph Köster. Später ging es auf die Panzerringstraße. „Wir haben vornean Wasser raufgebracht, die Wasserwerfer weiter hinten, wo wir nicht mehr hinkamen“, berichtet Martin Smentek. „Das war eine schöne Zusammenarbeit.“ Aber nicht nur mit den Wasserwerfer-Teams, sondern auch mit den Feuerwehren, dem THW, der Bundeswehr, allen Einsatzkräften.

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Ein paar Waldbrand-Erfahrungen hatte die Smentek-Crew schon. Im Jahr zuvor war sie mit Güllebombern schon mal bei einem Waldbrand im Bereich Kummer und auch auf dem einstigen Truppenübungsplatz im Einsatz. Inzwischen hat das Unternehmen auch seine Technik angepasst. „Wir haben Adapter gekauft, damit die Feuerwehren ihre Schläuche direkt ankuppeln können“, erklärt Ekhard Smentek. Und auch eine Düse, die das Wasser weiter als beim Güllebomber üblich werfen kann, gehört zur Ausstattung. Und die würden Ekhard und Martin Smentek noch erweitern. Sogar über ein selbstfahrendes Löschfahrzeug haben sie schon nachgedacht. „Aber wir müssen jetzt erstmal schauen, was das Land macht“, erklärt Ekhard Smentek.

Auch nach dem Löschen im Einsatz

An den Tagen des Waldbrandes war die Technik rund um die Uhr im Einsatz, nur die Leute wurden zwischendurch ausgetauscht. „Als die Nachricht kam, dass die Lage unter Kontrolle ist, waren wir alle erleichtert“, so Martin Smentek.

Der Waldbrand bei Lübtheen ist längst gelöscht. Trotzdem ist das Unternehmen aus Kummer dort noch im Einsatz – Stubben von Bäumen abtransportieren, die gefällt wurden, um Brandschneisen zu schaffen. Die meisten Mitarbeiter sind jetzt aber mit der Maisernte beschäftigt. Doch zwei Anhänger, gefüllt mit rund 20 000 Litern Wasser, stehen noch immer auf dem Hof. „Wir müssten nur einsteigen und losfahren“, so Smentek.

Ein Landkreis sagt danke: Alle Einsatzkräfte, Helfer und Anwohner sind am 7. September auf den Festplatz nach Lübtheen eingeladen.

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