Klein krams : Kultur im alten Dorfkrug

Susanne Kramer bei den Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt: 15 Hütten werden mit Lichtern und Schmuck versehen.
Susanne Kramer bei den Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt: 15 Hütten werden mit Lichtern und Schmuck versehen.

Aus Hamburg nach Klein Krams: Susanne Kramer und Rolf Schmieding mit vielen Ideen am Start / Weihnachtsmarkt am Wochenende

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10. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Für manch einen mag es der ehemalige Dorfkrug von Klein Krams sein. Für Susanne Kramer und Rolf Schmieding jedoch ist das Gehöft Am Platz der Jugend 8 „Mecklenburgs kleinstes Kulturzentrum“. Noch sind längst nicht alle Ideen in die Tat umgesetzt, trotzdem hat „Die Kramserei“ schon angefangen, sich über das Dorf hinaus einen Namen zu machen. Am Wochenende erwartet das kleine Kulturzentrum erneut viele Gäste – zum romantischen Weihnachtsmarkt.

Gut 20 Jahre ist es jetzt her, dass Susanne Kramer und Rolf Schmieding das inzwischen 171 Jahre alte Hallenbauernhaus mit Saal und Bühne gekauft hatten. „Wir hatten uns nach der Wende gleich für die neuen Länder und Mecklenburg interessiert“, erzählt die 58-Jährige, die in der Werbebranche arbeitet und einen Hörbuchverlag hat. „Obwohl die Gegend ja ,gries’ sein soll, fanden wir sie sehr reizvoll. Und Klein Krams ist dabei noch wieder etwas Besonderes. Hier ist die Dorfgemeinschaft noch sehr gesund.“

Allerdings dauerte es rund zwei Jahrzehnte, bis die beiden Hamburger das Pendeln zwischen der Hansestadt und dem Wochenend-Gehöft in Klein Krams aufgaben. „Wir hatten das Gefühl, dass uns eine Veränderung gut tun würde, um aus dem Trott, in den man auch in einer Großstadt verfällt, herauszukommen“, betont Susanne Kramer. „Ich wollte ein bisschen mehr meinen anderen Neigungen nachgehen.“ Seit Februar dieses Jahres lebt und arbeitet sie mit ihrem Mann in Klein Krams. Er schreibt zum Beispiel Gedichte, sie töpfert. Noch ist die Werkstatt dafür im Aufbau, doch ab Februar gibt Susanne Kramer Volkshochschulkurse. Ein Hofladen soll entstehen, der Onlineshop läuft schon. Die Bühne des Saals, in dem früher oft gefeiert und getanzt wurde, wollen die beiden Klein-Kramser für Lesungen, Kabarett und Schauspielerei öffnen. Auch über Open-Air-Kino denken sie nach. Als sie den Hof in diesem Jahr zur Aktion „Kunst offen“ geöffnet hatten, waren nicht nur viele Besucher gekommen, sondern auch viel Unterstützung von den anderen Klein-Kramsern. Und das ist den beiden Kreativen auch wichtig. „Wir legen Wert darauf, dass die Menschen mitmachen und sich mit der ,Kramserei’ identifizieren“, sagt Susanne Kramer. Deshalb auch der Name.

„Die Kramserei“ denkt jedoch auch über das Dorf und die unmittelbare Umgebung hinaus. Sowohl Gäste als auch Akteure will sie überregional, sogar aus dem Hamburger und Berliner Raum, gewinnen. „Die Lage ist perfekt dafür“, so Susanne Kramer.

Bei der „Weihnachtskramserei“ im Saal und drumherum am Sonnabend und Sonntag (11 bis 20 Uhr) werden schon einige Hamburger und Berliner dabei sein – und sogar eine Anbieterin aus Bad Homburg. Und am Abend erwartet die Gäste ein musikalische Krimi-Event „Schöne Bescherung“ (Reservierungen unter info@diekramserei.de).


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