6. Ludwigsluster Kunst- und Kulturnacht : Kukuna: Großes Fest in kleiner Stadt

Sorgten im Kaufhaus Nessler gleich von den ersten  Minuten an für tolle Stimmung:   Die kubanischen Musiker von 'Saoco' aus Havanna.
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Sorgten im Kaufhaus Nessler gleich von den ersten Minuten an für tolle Stimmung: Die kubanischen Musiker von "Saoco" aus Havanna.

Die inzwischen 6. Ludwigsluster Kunst- und Kulturnacht zog am Sonnabend wieder mehrere hundert Besucher an. 17 Spielorte waren zu erleben.

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10. September 2012, 08:58 Uhr

Ludwigslust | Nein, ganz unmöglich war es vielleicht nicht, alle inzwischen 17 unterschiedlichen Veranstaltungsorte der traditionellen Ludwigsluster Kunst- und Kulturnacht zu besuchen. Die Kukuna fand am Sonnabend wie immer vor dem Tag des offenen Denkmals und bereits zum sechsten Male in Folge statt.

Man konnte sich aber auch einfach treiben lassen

Allerdings braucht es dazu schon einen ziemlich ausgeklügelten, geradezu minutiösen Ablaufplan sowie eine gewisse Konsequenz, diesen schönen Ablaufplan dann auch einzuhalten. Schließlich bleiben für die kulturellen Entdeckungen nur gut fünf Stunden Zeit, und einige der Veranstaltungen waren programmgemäß auch schon gegen zehn zu Ende. So beispielsweise der Auftritt der Band "Reuters Fritzen" aus dem Klützer Winkel im Kutschen-Museum in der Schloßfreiheit 7, der aber nach glaubhaften Augenzeugenberichten ganz hervorragend gewesen sein soll. Gleiches galt für die Vorführungen im Luna-Filmtheater in der Kanalstraße, übrigens das älteste Kino Mecklenburgs und in wenigen Wochen 100 Jahre alt.

Der Reporter hat jedenfalls ein paar solcher ausgeklügelten Pläne gesehen. Aber man konnte es auch ganz gelassen angehen und sich einfach durch die zum Glück doch recht laue Ludwigsluster Spätsommernacht und von dem berühmten Kukuna-Mond zu einzelnen Künstlern treiben lassen. So hat es auch der journalistische Beobachter gehalten und sich gleichsam "zwischen Kuba und Kirche" mal hier, mal da sehen lassen: Ein erstes Highlight des Abends war "naturalmente" der temperamentvolle Auftritt der vier kubanischen Musiker des Ensembles "Saoco" im Kaufhaus, die mit lateinamerikanischem Temperament und karibischer Lebensfreude schnell für ausgezeichnete Stimmung sorgten. Havanna meets Lulu - eine vergnügliche Kombination. Anders, aber ebenso hörenswert auch die Country-, Folk- und Schlager-Darbietungen von Sänger Ralf Anders im Rathaus, der mit seiner Musik später noch mehrere Pärchen zum Tanzen überredete oder besser gesagt überspielte. Das Konzert der LULU BRASS-Band vor der Kreismusikschule, die Tangoträumereien von und mit Ivy Maria in der Rosetti-Stube Am Bassin sowie die Entdeckung der traditionellen Tanzmusik in der Schlossstraße 9 beim Sozialdienst Katholischer Frauen, die Christina und Michael Ritter, zusammen "Ritterfolk", mit viel Lust und Spiellaune unter die Leute brachten - auch wenn die Ludwigsluster offenbar nicht so recht tanzen wollten. Dazwischen Ruhepunkte bei Kukululu im "Gelben Salon", wo Norbert Ertner sein neues Stadtwappen präsentierte, und auf dem wunderbaren Hofgelände Schlossstraße 14, wo besonders die "Flaschenlichter" von Gabriele Pläge verzauberten.

Am Schluss noch Orgelmusik und Worte zur Nacht in der Evangelischen Stadtkirche und eine Bemerkung von Kukuna-Besucher Burkhardt Mehl, der auch nicht alles geschafft hatte: "Das erinnert mich an das Kleine Fest im großen Park". Vielleicht Großes Fest in kleiner Stadt? Weitermachen, unbedingt.

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