20 Jahre ZkWAL : Kritische Worte zum eigenen Jubiläum

Holger Tröger,  Gerhard Baetcke  und Stefan Lange (v.l.) nehmen die Glückwünsche zum Jubiläum entgegen.Felix Alex
1 von 2
Holger Tröger, Gerhard Baetcke und Stefan Lange (v.l.) nehmen die Glückwünsche zum Jubiläum entgegen.Felix Alex

Das Element Wasser war am Abend des 20-jährigen Jubiläums des ZkWAL allgegenwärtig. Bei so manchen Formulierungen wurde das kühle Nass als Motiv herangezogen. Allerdings flossen an diesem Abend nicht nur Komplimente.

von
11. September 2012, 06:55 Uhr

Ludwigslust | Das Element Wasser war am Abend des 20-jährigen Jubiläums des ZkWAL allgegenwärtig. Und so wurde auch bei so manchen Formulierungen das kühle Nass als Motiv herangezogen. Da wurde von "schweren Fahrwassern" und "ruhigen Gewässern" gesprochen und auch schon einmal das "Ruder herumgerissen". Zusätzlich verknüpften Musikstücke wie "Regentropfen-Prélude" und "A River Flows In You" die einzelnen Elemente der Festveranstaltung. Allerdings flossen an diesem Abend nicht nur Komplimente.

Groß war der Ansturm der Gratulanten, den Verbandsvorsteher Gerhard Baetcke, der 1. stellvertretende Verbandsvorsteher Holger Tröger und Geschäftsführer Stefan Lange im Landratsgebäude Ludwigslust bewältigen mussten. So galt es viele Hände zu schütteln und Blumen entgegenzunehmen, bevor Verbandsvorsteher und Geschäftsführer in ihren Reden die vergangen 20 Jahre Revue passieren ließen und sich bei ihren Weggefährten und Gästen bedanken konnten. Dabei wurden hauptsächlich die Jahre bis zur Jahrtausendwende sehr kritisch beleuchtet. "Nach vielen Tiefen erleben wir seit einigen Jahren auch einige Höhen. Allerdings wurden besonders in den 90er Jahren viele Fehler gemacht", ließ Geschäftsführer Stefan Lange verlauten. Da sei es nicht gelungen, wirtschaftliche Vernunft mit Sachverstand zu verbinden, und häufig verkehrt bilanziert worden. Vor allem das Führungspersonal der Anfangsjahre kritisierte Lange. So wurde der Verband unter anderem dazu "gedrängt einen Geschäftsführer in einen unbefristeten Beamtenstatus zu übernehmen, der noch keine 30 Jahre alt war". An diesen finanziellen Folgen litt der Zweckverband noch bis ins Jahr 2010. Lange sprach von der Zeit zwischen den Jahren 1993 und 1999 deshalb so ausführlich, da nach seiner Auffassung Fehler passieren könnten, diese aber das Vertrauen der Bevölkerung in den ZkWAL stark beschädigt hätten.

An diese Zeit knüpfte Verbandsvorsteher Gerhard Baetcke mit seinen Worten nahtlos an: "Erst der dritte Geschäftsführer Werner Schulz hat das Ruder dann herumgerissen und die längst fällige Wende herbeigeführt." Seitdem konnte mit den Geschäftsführern Reinhard Windus und Stefan Lange das Vertrauen der Bürger zurückgewonnen werden. Doch gab und gibt es auch in jüngster Zeit Unstimmigkeiten. So bedauerte der Verbandsvorsteher, dass die Gemeinde Wöbbelin den Klageweg beschreitet und Neustadt-Glewe einen Austritt prüft. Dennoch sei der ZkWAL aktuell in ruhigen Gewässern angekommen", verdeutlichte Baetcke.

Damit zogen beide Verantwortlichen in ihren Reden eine differenzierte Bilanz der Geschichte des Zweckverbandes und sprachen vielerorts diskutierte Probleme offen an. Dennoch blieben die Namen der umstrittenen, ehemaligen Geschäftsführer an diesem Abend ein rotes Tuch bei den Gesprächen. Und auch im Saal waren sie nicht zu finden.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus äußerte sich zusätzlich wohlwollend: "Ich glaube, Sie können voller Respekt auf das Geleistete schauen und ich denke, dass es mehr Auf als Ab gab." Dementsprechend verwies er auf die Wichtigkeit der Solidargemeinschaft im Verbund. Bestes Beispiel dafür war an diesem Abend unter anderem der Kremminer Bürgermeister Martin Pinzer, der für 20 Jahre Zusammenarbeit mit einer Jubiläums-Wasseruhr geehrt wurde. "Den Gedanken des Austritts gab es in unserer Gemeinde nie. Denn auch, wenn es viele Höhen und Tiefen gab, und die ersten, frühen Geschäftsführer eine Zumutung waren, stand der Solidaritätsgedanke immer im Vordergrund", erklärte Pinzer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen