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Neu Krenzlin/Picher : Kreuzung entschärfen – aber wie?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gemeinde Alt Krenzlin wäre für einen Kreisverkehr auf der B 5, das Straßenbauamt Schwerin plant Ampeln

von
erstellt am 17.Aug.2017 | 21:00 Uhr

An dieser Stelle knallt es immer wieder. Deshalb soll die Kreuzung B  5/L  04 am Abzweig nach Neu Krenzlin bzw. Picher nun ausgebaut werden. „Dieser Knotenpunkt ist eine Unfallhäufungsstelle“, betont Dezernatsleiter Dr. Thorsten Uhlig vom zuständigen Straßenbauamt Schwerin. Auch die Gemeinde Alt Krenzlin sieht die Notwendigkeit. Mit der Art und Weise, wie die Kreuzung entschärft werden soll, ist sie jedoch nicht einverstanden. Und kämpft dagegen.

„Vorgesehen sind auf der B  5 je Fahrtrichtung eine Linksabbiegerspur, die Aufweitung der L 04 im Kreuzungsbereich sowie eine Lichtsignalanlage“, erklärt Thorsten Uhlig. Radfahrspangen sollen Radfahrern ein sicheres Überqueren der Straße ermöglichen. Rainer Schmidt hält Ampeln nicht für sinnvoll. „Wer aus Richtung Kummer kommend nach Neu Krenzlin will, muss vor der roten Ampel in der Abbiegespur immer erst einmal anhalten, auch wenn gar kein Gegenverkehr kommt“, erklärt der Bürgermeister, der selbst Kraftfahrer ist, seine Vorbehalte. „Ein Kreisverkehr wäre besser. Er bremst den Verkehr auch, bringt ihn aber nicht zum Erliegen.“ Zudem sei ein Kreisverkehr im Vergleich zu einer Ampelkreuzung fast wartungsfrei.

Rainer Schmidt ärgert es, dass die Meinung der Gemeinde überhaupt nicht gefragt ist. „Zwei Planer kamen in die Gemeindevertretersitzung und stellten die Pläne für die Ampelkreuzung vor“, so der Bürgermeister. „Was wir davon halten, spielte überhaupt keine Rolle. Widerspruchslos hinnehmen will die Gemeinde das nicht. Und so haben die Gemeindevertreter einstimmig abgelehnt, gemeindliche Grundstücke für den Ausbau zur Ampelkreuzung an das Straßenbauamt zu verkaufen. „Für einen Kreisverkehr würden wir die Grundstücke gern hergeben, auch wenn es dann sogar noch mehr sein müssten“, so Rainer Schmidt. Er wolle nun Kontakt zu Landtagsabgeordneten aufnehmen und habe bereits mit dem Landrat angesprochen. Rolf Christiansen will sich nach eigener Aussage nun über die Planungen informieren. „Prinzipiell bin ich auch ein Freund von Kreisverkehren“, sagt er auf SVZ-Anfrage. Rückenwind erhofft sich Rainer Schmidt auch von der Insel Usedom. Dort ist gerade eine Initiative für den Bau von Kreisverkehren gestartet worden, um das dortige Stauproblem zu lösen.

Das Straßenbauamt würde gern noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen, verweist aber auf zwei ungeklärte Grunderwerbsfälle. „Erst wenn diese Fälle geklärt sind, kann ausgeschrieben und gebaut werden“, erklärt Thorsten Uhlig. Der Bauentwurf liegt bereits vor.

Das Amt verteidigt seine Entscheidung für eine Ampelkreuzung. „Gegen einen Kreisverkehr spricht die Verbindungsfunktionsstufe, in die die B 5 eingestuft ist“, erklärt der Dezernatsleiter. Diese Verbindungsfunktionsstufe schließe den Bau eines Kreisverkehrs aus. „Zudem müssten zusätzlich sechs Alleebäume an der L 04 gefällt werden“, so Uhlig. „Hierfür würde erfahrungsgemäß die Untere Naturschutzbehörde keine Fällgenehmigung erteilen.“ Dass es so viele Bäume sein müssten, bezweifelt Rainer Schmidt. „Und außerdem könnte man ja Ersatzpflanzungen vornehmen.“

Wie wichtig der Ausbau des Knotens ist, zeigen die konkreten Unfallzahlen. Seit 2007 haben sich dort nach Angaben von Andreas Steuck von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises 26 polizeilich gemeldete Unfälle ereignet. „Dabei wurden zwei Personen schwer und 26 leicht verletzt“, so Steuck. „Hauptsächlich ereigneten sich Abbiegeunfälle.“

Seit die Polizei die Kreuzung 2013 als Unfallschwerpunkt gemeldet hatte, war sie Thema in der Verkehrsunfallkommission. „Als Hauptproblem in Bezug auf die unfallbegünstigenden Umstände wurde der nicht regelkonforme Ausbauzustand ausgemacht“, sagt Andreas Steuck und zählt die fehlenden Abbiegespuren und den unzureichenden Ausbau der Abzweige in die L  04 auf. Deshalb sei der Ausbau des Knotens festgelegt worden. Als kurzfristige Maßnahmen wurden die Anpassung der Beschilderung und eine Überwachung des Verkehrs beschlossen, so Steuck. „Wir hoffen auf einen schnellstmöglichen Umbau des Knotens.“ Doch wann die Bagger loslegen können, scheint im Moment noch völlig offen. 

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