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Muchower Tradition : Krautstampfen in der "Konsumstuve"

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Eine Muchower Tradition fand ihre Fortsetzung. In vier bis sechs Wochen ist das Sauerkraut verzehrfertig. Dann wird es eine Party im Dorf geben, bei man die verschiedensten Geschmacksrichtungen probieren kann.

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2013 | 10:32 Uhr

muchow | Geschäftiges Treiben am Sonnabendnachmittag in der Muchower "Konsumstuve". Dorfbewohner haben sich eingefunden, um einer Tradition des Dorfes zu frönen, die in jedem Januar wieder anlockt: das gemeinsame Sauerkrautstampfen. Seit 12 Jahren organisiert der Dorf- und Heimatverein "De Muchower Müggen" dieses Ereignis, und zehn bis 15 Ortsansässige sind es immer, die dabei sind. Nicht nur Vereinsmitglieder.

"Jeder hat das zuhause mal gemacht. Und dann haben wir uns gesagt: Warum machen wir das nicht mal zusammen?", sagt Susanne Nitsche, die Vereinsvorsitzende. "Wir haben so einen schönen Raum hier, und dann kommen wir auch alle mal wieder zusammen." Gemeinsamkeit, Spaß miteinander haben - das ist es, was die Muchower antreibt. Und dann ist der Januar sowieso ein Monat, wo nicht viel anliegt, man ansonsten ohnehin nur in der Stube sitzen würde.

Jeder bringt seine Zutaten mit: Kohl, Wein, Salz, Pfeffer, Kümmel, Wacholderbeeren, Möhren… was eben hineingehört, jeder nach seinem Geschmack. Das alles wird zusammengemischt und dann in Steintöpfen richtig eingestampft, bis der eigene Saft wieder rauskommt.

Nun heißt es sich in Geduld üben, denn der Kohl muss rund vier bis sechs Wochen warm stehen, erklärt Susanne Nitsche. "Er gärt dann so vor sich hin, bis er gut ist", so die Vorsitzende des Vereins. Irgendwann ist es soweit, und das Produkt verzehrfertig. Dann kommen sie alle wieder zu einer Sauerkraut-Party zusammen, wo dann jeder seine fertige Delikatesse mitbringt.

Mit Backpflaumen, Rosinen oder Ananas verfeinert

Nicht wenige haben das Kraut dann verfeinert - zum Beispiel mit Backpflaumen, wie es Mecklenburger Tradition ist. Aber auch mit Rosinen oder mit Ananas drin - es gibt eben die verschiedensten Rezepte. Die übrigens nicht unbedingt Geheimnis bleiben müssen. Die Muchower tauschen sich in dieser Beziehung selbstverständlich auch aus.

Bleibt die Frage nach dem ungewöhnlichen Vereinsnamen. Der sei dem slawischen Ursprung des Dorfnamens nachempfunden. Der weise auf eine ausgedehnte Sumpflandschaft hin, in der Muchow im 14. Jahrhundert entstand, weiß Guido Tiedemann. Weil dort natürlich auch viele Mücken ihre Heimat hatten, erinnert der Name des Dorf- und Heimatvereins daran.

Der organisiert die Höhepunkte des Dorflebens im Jahreslauf. Allen voran das Erntefest im September, das immerhin vier Tage währt.

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