Ludwigslust : Krankenhaus: Garantie für das Stift

Beratung der Fraktionsspitzen während einer Auszeit in der jüngsten Kreistagssitzung in Ludwigslust.
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Beratung der Fraktionsspitzen während einer Auszeit in der jüngsten Kreistagssitzung in Ludwigslust.

Landrat bekennt sich im Kreistag klar zu beiden Standorten des Klinikums: „Ohne Fusion würde es das Stift Bethlehem schon nicht mehr geben“

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17. Juli 2015, 21:00 Uhr

Die Zukunft des Krankenhauses in Hagenow und des Stifts Bethlehem war eines der zentralen Themen der jüngsten Kreistagssitzung. Landrat Rolf Christiansen nahm auf Nachfrage gleich zweimal in bisher nicht gehörter Klarheit zu dem Thema Stellung. Kernbotschaft: Es gibt die klare Zielstellung, beide Standorte des Klinikums zukunftsfest auszubauen. Beide Krankenhäuser haben nur zusammen eine Chance auf dem hart umkämpften Gesundheitsmarkt. Christiansen sagte aber auch klar: „Dieses alte, gemütliche und gute Stift Bethlehem gibt es nicht mehr. Und ohne die Fusion mit dem Hagenower Krankenhaus wäre das Stift schon heute nicht mehr existent.“

Vorausgegangen war zunächst eine Anfrage eines Ludwigslusters in der Bürgerfragestunde. Dieser wollte vom Landrat wissen, ob es stimme, dass Ludwigslust geschlossen werden sollte. Das wurde vom Landrat, der auch Verantwortung für das Westmecklenburg-Klinikum „Helene von Bülow“ hat, mit aller Deutlichkeit verneint. Es gebe in Ludwigslust umfassende Strukturveränderungen, es gebe Probleme durch den Weggang vieler Ärzte. Dennoch sei die gesundheitliche Versorgung an beiden Standorten gesichert. Den Zahlen nach hätte es keinen Einbruch gegeben. Für ihn Beweis, dass das Vertrauen in beide Häuser trotz der Querelen gegeben sei.

Dem mochte sich der Kreistagsabgeordnete Heiko Böhringer von der AfL überhaupt nicht anschließen. Er könne die optimistische Meinung des Landrates leider nicht teilen. Nach seinen Erfahrungen sei es vor allem so, dass die niedergelassenen Ärzte in Ludwigslust und Umgebung das Vertrauen in das Stift verloren hätten. Nach seinen Informationen gebe es Personalprobleme, jetzt seien sogar Stationen zusammengelegt worden.

Christiansen  widersprach, dass es Einbrüche bei Patientenzahlen gebe, bestätigte aber die Zusammenlegung von Stationen. Das sei aber unkritisch, weil in der Sommerzeit die Belegung der Betten sowie sinke. Klares Ziel sei, den Bereich der Inneren Medizin neu aufzubauen, die Stellenprobleme bei den Ärzten zu lösen. So gebe es jetzt schon einen kommissarischen Chefarzt. Dessen Stelle werde nun ordentlich ausgeschrieben und besetzt. Der Landrat bedankte sich in der Debatte bei allen Schwestern und Ärzten, die zur Stange hielten, die gerade in den vergangenen Wochen Hervorragendes geleistet hätten. Dazu zähle auch die Hilfe von Hagenower Kollegen in Ludwigslust. Zugleich, so Christiansen, sei er einfach entsetzt über das Verhalten einiger Ärzte. Da habe er schon tief Luft holen müssen. Nach seiner Meinung habe das, was dort passiert sei, mit Verantwortung einiger Ärzte gegenüber ihren Patienten nichts mehr zu tun.  So hätten Ärzte sofort nach der Kündigung einen Krankenschein eingereicht und damit die geltenden Fristen außer Kraft gesetzt und das Stift vor zusätzliche Probleme gestellt.

Der Landrat stellte zugleich auch eine offensivere Öffentlichkeitsarbeit der Geschäftsführung in Aussicht. Er sei sich sicher, dass die vakanten Stellen neu besetzt werden können. Ausdrücklich gelobt wurde auch die Unterstützung durch die Schweriner Helios-Kliniken. Schweriner Ärzte sind im Bereich der Kardiologie tätig. Auch gegenüber SVZ mehren sich die Stimmen aus der Belegschaft des Stifts, die über den „beleidigten“ Weggang einiger Ärzte ziemlich sauer sind.

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