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Neustadt-Glewe : Kräuterhexe trifft Burgfräulein

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

„BurgArt“ gelang zum repräsentativen Tiegel für Handwerk, Kunst, Musik und kulturelle Vielfalt

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Eine Kräuterhexe, die in ihrem Redefluss nicht zu bremsen war, das Artistik-Duo „Tacki und Noisly“, das in Wort und Jonglage stark auftrumpfte, das Fideler-Trio „Several Gents“, das mit irischer Musikalität bestens unterhielt oder auch die Banzkower Landleute, die die Lewitz-Kartoffelwoche typisch ländlich anpriesen. All das und noch weitere kulturelle wie kaufmännische Angebote bot Sonnabend die achte Auflage von „BurgArt Neustadt-Glewe“ einer großen Besucherschar.

Die Ausrichtung des Festes, mit regionalen Stärken ein großes Publikum zu erreichen, ist auch am Sonnabend erneut aufgegangen. Zwar stand das Handy von Karen Tappe, verantwortlich für die Stadt in Sachen Kultur und Tourismus, auch während der sechsstündigen Veranstaltung selten still, doch diese Hektik lohnt sich sicherlich „hinten heraus“ allemal fürs Renommee von „BurgArt“.

Im Burghof und auf dem Parkplatz vor den Burgtoren warben Marktbeschicker mit ihren Kostproben. Gleich einem Basar, verlockten Backkunst, Fleischerei- und Rauchfischangebote, Obst, Gemüse und nicht zuletzt die kühlen wie süßen Kugeln in der Waffel aus der „Eismacherey“ zum Probieren. Mittendrin der „Grünkram“-Ladenstand der Lewitz-Werkstätten. Dort in Spornitz werden beim „Grünkram“ in der Woche täglich 70 Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen für den Gemüse- und Obstanbau beschäftigt.

Während die Wollspinnerinnen Roswitha Glindow und Andrea Kraus von den „Montagsspinnern“ aus Schwerin fleißig am Burgtor das Naturprodukt nach überlieferter Art und Weise mit hochmodernen Spinnrädern fast geräuschlos in Garn verwandelten, war die Kräuterhexe aus Boizenburg, Siegrid Schreiner, am Sonnabend sprichwörtlich nicht auf den Mund gefallen. Sie schaffte in hexenartiger Geschwindigkeit das, was anderen wohl ewig versagt bleiben wird: Wo sich das Kräuterweib auch aufhielt, bildete sich eine Menschentraube, die nach dem Monolog die Wildkräuter im Korb der Boizenburgerin pflückfrisch probieren wollten.

Was diesem „BurgArt“-Fest zusätzlich eine sympathische Not verpasst, ist das große Angebot für die jüngsten Besucher. Die Schwerinerin Margit Gubin kommt mit ihrem Filz-Angebot, wie die meisten der Marktbeschicker, regelmäßig zu dieser Veranstaltung. Und auch diesmal schien die Reihe der Tische kaum auszureichen, damit alle Kinder, die neugierig das Filzen ausprobieren wollten, dazu ausreichend Platz hatten. Immer wieder mittendrin zeigte sich das Neustädter Burgfräulein „Tina“ (Warncke) den jungen wie älteren Festgästen. Die jüngsten Mädchen berührten das Burgfräulein immer wieder vorsichtig, als wenn sie eine Fee vor sich gehabt hätten. Die Märchenstunde im Burgrestaurant vom Burgfräulein führte die Zuhörer ja auch in die Wunderwelt der Fantasien.

Auch im Streichelzoo waren die Kinder die Größten. Ein Hängebauchschwein zu streicheln, Ziegen zum „Meckern“ animieren oder „niedliche“ Nager zu beobachten, das vertrieb die Müdigkeit in den Beinen beim Rundgang. Gleich schräg gegenüber unterhielt das Jonglage-Duo Eva Müller und David Griffiths aus dem brandenburgischen Dannenwalde als „Tacki und Noisly“ das ältere und insbesondere junge Publikum mit schrägem Humor und bester Jonglage. Beim Jonglieren mit Frisbee-Scheiben, Ringen, Bällen und Keulen holten sie sich aus dem Publikum immer wieder Personen, die ihnen bei den Kunststücken halfen. So auch die junge „BurgArt“-Besucherin Emma, die sogar drei unterschiedliche Jonglagen am Stück fast allein mit Bravour vorführte.

Die Frage nach dem Grund des Kommens zur „BurgArt“-Veranstaltung beantworteten Anbieter, Künstler und Besucher unisono: Es liege an der Atmosphäre, dem Ambiente und bodenständigen, heimischen Markttreiben.





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