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Ludwigslust : Konzerte und Barockfest als Herzenssache

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

25 Jahre Förderverein Schloss Ludwigslust - Heike Kramer, Dezernatsleiterin Schlösser und Gärten beim Betrieb für Bau und Liegenschaften, mit einem Rückblick

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erstellt am 20.Feb.2017 | 05:00 Uhr

In diesem Monat feiert der Förderverein Schloss Ludwigslust seinen 25. Geburtstag – Anlass für einen persönlichen Rückblick und ein Dankeschön von Heike Kramer, Dezernatsleiterin Schlösser und Gärten beim Betrieb für Bau und Liegenschaften MV in Schwerin. „Als ich im August 1991 von Schwerin nach Ludwigslust kam, um die Leitung des Schlosses zu übernehmen, wurde ich mit durchaus freundlicher Zurückhaltung empfangen. Erst allmählich wurde mir klar, woher diese Skepsis rührte. Was heute befremdlich klingen mag, hatte sich damals als Grundstimmung manifestiert: Aus Schwerin sei bisher nicht viel Gutes gekommen, musste ich erfahren.“ Knapp zwei Jahre nach der Wende war das Schloss immer noch ein Verwaltungsgebäude mit Büros bis unters marode Dach. Die Reste der historischen Möblierung waren auf drei Museumsräume verteilt und vermittelten den verstaubten Charme eines in die Jahre gekommenen Schaudepots. „Auf der einen Seite herrschte Lethargie, gespeist aus der Sorge um die scheinbar ungewisse Zukunft des Schlosses. Auf der anderen Seite loderte eine trotzige Aufbruchstimmung, unterstützt durch das überregionale Interesse, das dem Schloss seit der Grenzöffnung zuteil wurde. “ Aus den geplanten zwei Jahren wurden zwölf, in denen Heike Kramer als Leiterin des Schlosses auch mit tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins viele Veränderungen bewirken konnte. Das Schaudepot entwickelte sich zu einem wahren Schatzkästchen. Aus dem Sorgenkind mit kaputtem Dach und fehlender Heizung ist ein stolzer Leuchtturm in der Kulturlandschaft Norddeutschlands geworden.

„Nur wenige Monate nach meinem Dienstantritt stand die Vereinsgründung auf der Tagesordnung. Die Gründungsmitglieder hatten durchaus unterschiedliche Motivationen, doch ein gemeinsames Ziel: Mit Hilfe eines Vereins wollten sie die Zukunft von Schloss und Park sichern. Dazu sollten Projekte initiiert und Spendengelder eingeworben werden.“ Das ist dem Verein ganz hervorragend gelungen. Aus den zahlreichen Aktivitäten, die demnächst auch in einer Chronik gewürdigt werden, möchte Heike Kramer nur wenige Beispiele herausgreifen: Die Ludwigsluster Schlosskonzerte waren auch ihr von Beginn an ein persönliches Anliegen. Der Goldene Saal mit seiner einzigartigen Akustik sollte durch regelmäßige Konzerte zum Leben erweckt werden. Doch gab es hierfür keine Haushaltsmittel, schließlich zählen Konzerte nicht zum Kerngeschäft eines Museums. „Zum Glück konnte ich mit dem Verein einen verlässlichen Partner gewinnen. Er übernahm als sein erstes großes Vorhaben die Trägerschaft für diese Veranstaltungsreihe.“

Später gelang es, den Verein auch für die Barockfeste ins Boot zu holen. Im Laufe der Jahre ist der Verein vor allem an diesen Projekten gereift und gewachsen. „Mein Kompliment: Der stille Teilhaber hat sich zu einem aktiven Veranstalter gemausert“, so Heike Kramer.

Neben den großen Projekten, die dem Schloss bis heute überregionale Beachtung verschaffen, soll auch an die vielen kleinen Treffen erinnert werden, die das eigentliche Vereinsleben prägen. Um die Vereinsmitglieder stärker an „ihr“ Schloss zu binden, um ihnen einen besseren Einblick in die Arbeit des Museums und in die Geschichte von Schloss und Park zu ermöglichen, wurden exklusive Führungen und Vorträge für die Mitglieder initiiert. Seit der Vereinsgründung bieten Museumsmitarbeiter, Restauratoren und andere fachkundige Referenten Informationen aus erster Hand und gewähren einen Blick hinter die Kulissen. Dieses Angebot wird von den Mitgliedern sehr geschätzt, stärkt es doch die Identifikation und macht ihnen die Sinnhaftigkeit ihres Tuns deutlich. Zugleich ist es auch ein Dankeschön an die Vereinsmitglieder für ihr ehrenamtliches Engagement.

Heike Kramer: „Im Vorstand aktiv mitzuwirken, war für mich von Beginn an selbstverständlich. Erst 2003, mit der Übernahme neuer beruflicher Herausforderungen und der Chance, für alle staatlichen Schlösser und Gärten in MV tätig zu werden, konnte ich aus zeitlichen Gründen meinen Fokus nicht mehr allein auf Ludwigslust richten. Schweren Herzens zog ich mich schrittweise aus Vorstandstätigkeit und aktiver Mitwirkung zurück. Doch dem Verein halte ich weiterhin die Treue, auch als Ehrenmitglied.“


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