Neustadt-Glewe : Kontakt zu jungen Leuten wichtig

Britta Kley am Monument für 46 tote Frauen, die in einem Massengrab am Flugplatz gefunden und auf dem Friedhof beerdigt wurden.
Britta Kley am Monument für 46 tote Frauen, die in einem Massengrab am Flugplatz gefunden und auf dem Friedhof beerdigt wurden.

Neustadt-Glewe gedenkt mit mehreren Veranstaltungen der Befreiung des KZ-Außenlagers am Flugplatz vor 70 Jahren

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17. April 2015, 07:00 Uhr

Etwa 5000 Frauen und Kinder mussten das Grauen im 1944 errichteten Außenlager Neustadt-Glewe des KZ Ravensbrück über sich ergehen lassen. Rund 1000 von ihnen überlebten die Qualen nicht. Mit mehreren Veranstaltungen gedenkt Neustadt-Glewe Anfang Mai des 70. Jahrestages der Befreiung des Außenlagers.

Britta Kley, in der Stadt verantwortlich für Burg, Museum und Stadtinformation: „Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr Überlebende sowie Verwandte ehemaliger Häftlinge zu uns kommen. Den Zeitzeugen ist es sehr wichtig, Kontakt besonders zu jungen Leuten hier zu halten.“

Der Ereignisse vor 70 Jahren wird die Stadt am 2. Mai um 9.30 Uhr auf dem ehemaligen Lagergelände am Flugplatz gedenken. Wie Britta Kley betont, sind dazu alle Neustädter Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Um 10.30 Uhr wird auf dem Friedhof in Neustadt-Glewe gedacht, Pastorin Silke Draeger wird ein Totengebet halten. Am Nachmittag des 2. Mai wird es im Schlosshotel eine Kaffeetafel mit Zeitzeugen geben, Bürgermeister Arne Kröger eine Ansprache halten.

Schüler der Regionalen Schule „Karl Scharfenberg“ gestalten dazu ein Programm.

Britta Kley: „Dabei sein wird auch Elfriede Schütt, Witwe von Karl Heinz Schütt, der die Geschichte des Außenlagers erforscht und mehrere Broschüren dazu veröffentlicht hat. Karl Heinz Schütt hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Neustädter Lager dem Vergessen zu entreißen.“

Dem Gedenken an die ehemaligen Häftlinge und der Befreiung vor 70 Jahren ist auch eine Veranstaltung am 2. Mai in der Stadtkirche gewidmet. Um 19 Uhr wird hier eine Ausstellung von Bildern eröffnet, die Schülerinnen und Schüler der Karl-Scharfenberg-Schule zu diesem Thema gemalt haben. Junge Schüler der Musikschule Rock-Pop-Schmiede Göhlen werden ein Konzert geben. „Zu der einstündigen Veranstaltung in der Kirche sind alle Neustädter eingeladen. Zwar steht das Gedenken im Mittelpunkt, aber es soll auch ein fröhliches Miteinander sein“, sagt Britta Kley.

Am 3. Mai ab 9.30 Uhr schließlich ist eine gemeinsame Fahrt in die Gedenkstätte des KZ Ravensbrück geplant, an der u. a. Zeitzeugen und Schüler teilnehmen. Geplant ist dort unter anderem eine Führung durch die neue Dauerausstellung. Den Abschluss des Tages bildet um 19 Uhr ein Essen für alle Teilnehmer der Fahrt im Burgrestaurant Neustadt-Glewe.

Wie Britta Kley sagt, können an der kostenlosen Fahrt auch interessierte Einwohner teilnehmen. Anmeldungen unter Tel. 038757-5  00  65.

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