Wirtschaft : Konsum setzt voll auf Ludwigslust

Nicole Peschel gestern Vormittag an der Kasse im Konsum-Frischemarkt in Ludwigslust. Bis zum 12. Januar hat die Filiale noch geöffnet, ehe dann nach der Inventur das Neubau-Vorhaben in Angriff genommen wird.
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Nicole Peschel gestern Vormittag an der Kasse im Konsum-Frischemarkt in Ludwigslust. Bis zum 12. Januar hat die Filiale noch geöffnet, ehe dann nach der Inventur das Neubau-Vorhaben in Angriff genommen wird.

Ehemalige Kaufhalle im Parkviertel wird 2018 durch Neubau ersetzt. Neueröffnung für November geplant.

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28. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Größer, moderner, heller, der Umbruch in den Supermärkten der Region setzt sich auch im kommenden Jahr fort. Am Donnerstag stellte die Konsumgenossenschaft Hagenow ihre Pläne für den neuen Markt im Ludwigsluster Parkviertel vor. Im Ergebnis verschwindet der alte Bau aus DDR-Zeiten und wird in den kommenden Monaten durch einen Neubau ersetzt. Aus bisher 850 Quadratmetern Verkaufsfläche werden dann 1500. Obwohl der Konsum bei dem Projekt nur langfristiger Mieter ist, wird die Genossenschaft nach eigenen Angaben gut eine Million Euro in die Ausstattung der Filiale am Schlachthofweg ausgeben.

Den eigentlichen Bau stemmt der Besitzer der Immobilie, das ist die „May & Co. Wohn- und Gewerbebauten GmbH“ mit Sitz in Itzehoe. Dort war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Wir haben ja schon  einige Jahre zusammen mit allen Beteiligten über die Zukunft des Standortes nachgedacht. Wir sind ja dort seit 2005 als Mieter aktiv“, erklärte Konsum-Vorstand Jan-Michael Kappe gestern im Gespräch. Der bauliche Zustand der alten Kaufhalle sei einfach nur schlecht. „Entweder hätte man groß sanieren müssen oder man wagt einen Neubau. Wir sind froh, dass es jetzt zu dieser Lösung kommt.“

Den Ludwigsluster Kunden wird der vorläufige Abschied vom Konsum ab dem neuen Jahr mit einer großzügigen Rabattaktion versüßt. Am 12. Januar schließt dann der Markt, der lange Jahre auch von der Edeka betrieben wurde, seine Pforten. Danach wird ausgeräumt, und Ende Januar sollen dann Abriss und Neubau starten können. „Wir hoffen auf November 2018 als Termin für die Wiedereröffnung“, sagte gestern Ralf Bade, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Natürlich wolle man mit dem Projekt Marktanteile nicht nur halten, sondern ausbauen. Das neue Marktgelände wird daher bis an die Bundesstraße 5 heranreichen.  Mit entsprechender Außenwerbung will dann der Konsum auch deutlich sichtbarer als bisher  werden. Aktuell bestimmt in dem Areal Penny mit seinem Neubau das Bild.

Von der zeitweiligen Schließung sind in Ludwigslust  gut 20 Mitarbeiter betroffen. Mit allen, so die Geschäftsführung, sei gesprochen worden, so dass es für jeden eine Lösung gäbe.

Mit der Wiedereröffnung sollen dann auch die Postfiliale und auch der Lottoladen im neuen Markt einziehen.

 Das Ganze findet vor dem Hintergrund einer gesunden wirtschaftlichen Lage der Genossenschaft statt, die ihren Mitgliedern auch in diesem Jahr eine Rendite von drei Prozent auf ihre Anteile zahlt.

Dazu beigetragen haben die Sanierungserfolge des vergangenen Jahres. So sei die Umsatzentwicklung im Supermarkt im Hagenower Kietz nach wie vor mehr als erfreulich. Positives gibt es vom Redefiner Konsummarkt zu berichten, der Ende Juli nach seiner Erweiterung eröffnet wurde. Dort gäbe es bisher deutliche Umsatzsteigerungen. Gut sieht es auch im neuen Vellahner Markt oder in  Gresse aus.

Doch es gibt auch Sorgenkinder, wie den Markt in der Neuen Heimat in Hagenow. Doch auch hier will die Geschäftsführung im kommenden Jahr die Einrichtung modernisieren und auch ein wenige das Sortiment umstellen. Für die heutigen Ansprüche ist dieser Markt jedoch zu klein und wird es auch bleiben.

Eine klare Meinung haben die beiden Konsumvorstände  zu einem anderen Thema der Region, dem Wittenburg Village, das nun ja gebaut werden darf. Jan-Michael Kappe: „Wenn das nur in etwa so wie in Linstow gebaut und betrieben  wird, kann das nur gut für alle hier sein, weil es ganzjährige für Belebung sorgen wird.“

Kommentar von Mayk Pohle: Kerngeschäft
Im Wettstreit mit den Riesen des deutschen Einzelhandels macht der relative kleine Hagenower Konsum bisher eine relativ gute Figur. Das ist nicht selbstverständlich, sondern liegt vor allem daran, dass man die richtigen Lücken bisher gesehen und besetzt hat. Und dass der Vorstand sich sehr deutlich auf sein Kerngeschäft konzentriert hat. Für die Vielfalt des Angebotes für die Kunden kann das am Ende nur eine gute Nachricht sein.
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