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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 11:39 Uhr

Ludwigslust : Kompromisse am Runden Tisch

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Florian und Cedric erlebten gestern mit ihren Mitschülern an der Edith-Stein-Schule einen Projekttag „25 Jahre Mauerfall“

von
erstellt am 14.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Florian und Cedric, Schüler der katholischen Edith-Stein-Schule in Ludwigslust, sitzen mit ihren Freunden am Runden Tisch. Sie müssen sich einigen, welche Sendung sie im Fernsehen anschauen wollen. Florian möchte lieber eine Quizsendung sehen. „Ein prominenter Gast tritt auf, das wird sicher interessant“, sagt er. Cedric will lieber Fußball sehen. „Das ist ein wichtiges Spiel, Quizsendungen kommen immer wieder“, entgegnet Cedric. „Fußball aber auch“, kontert Florian. Nun, beide müssen eine Lösung finden, einen Kompromiss – eine schwierige Situation für beide. Der „Runde Tisch“ war gestern im Klassenraum 123.2 eine Station des Projekttages „25 Jahre Mauerfall“. Mit einem Büfett im Raum „Tutti Gusti“ war der Tag in der Edith-Stein-Schule eröffnet worden. Eine weitere Station war die Kreativwerkstatt „Freiheit“ in der Bibliothek. Es ging um die Frage „Warum wurde die Mauer gebaut?“ bis hin zur Aussage „Die Mauer muss weg“.

„Unsere Schule gestaltet alljährlich zum Geburtstag unserer Namensgeberin Edith Stein einen Projekttag“, so Schulleiterin Marion Löning. Seit Jahresbeginn hatten sich Pädagogen und Schüler mit dem Thema „25 Jahre Mauerfall“ beschäftigt. „Was insofern bedeutsam ist, als dass wir auch schon die jüngsten Schüler mit einbeziehen. Alle unsere 150 Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 sind daran beteiligt. Seit mehreren Wochen wird die Zeit der friedlichen Revolution, der Wende, des Mauerfalls in den unterschiedlichen Lerngruppen auf unterschiedliche Art und Weise thematisiert, damit die Kinder ein Gespür dafür bekommen, was dieses Ereignis im Leben der Menschen bedeutet hat“, ergänzte Marion Löning.

Es sei für die Kinder nicht nachvollziehbar, dass Deutschland einmal ein geteiltes Land war, formulierte es Vivien Dittert, Klassenlehrerin 123.3 im Gespräch mit der SVZ am Rande Ausstellung „DDR und Mauerfall“. Die Kinder haben alles gemeinsam mit ihren Eltern zusammengetragen und es dann im Unterricht zu einer Ausstellung mit Texten, Zeitungsausschnitten und Exponaten aus dem DDR-Alltag zusammengestellt.

Marion Löning: „Wir haben die Schüler aufgefordert, mit ihren Eltern, und wenn diese noch zu jung sind, mit ihren Großeltern über das Thema zu reden und sie zu bitten: ,Erzähl’ mir deine Geschichte!’ Viele persönliche und anrührende Geschichten kamen dabei heraus. Ein Kind hat berichtet, dass sein Vater damals in der Prager Botschaft war, als Hans-Dietrich Genscher die Ausreise der DDR-Bürger in den Westen verkündet hat. Ein anderes Kind berichtete davon, dass ihre Mutter in der Zeit als Kind sehr traurig war, denn deren Mutter habe die Familie verlassen, um über die Mauer zu flüchten – man habe sich nie wieder gesehen. Diese Geschichten auch alltäglicher Natur sind es, die wir sammeln möchten, um sie am Ende in einem Medium zu präsentieren“, ergänzt Marion Löning. „Sie sollen die Geschichte erfahr- und erlebbar machen.“



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