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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 22:53 Uhr

Ludwigslust : Komplimente für Lulus Stellplatz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Deutschlands Womo-Fahrer loben Übernachtungsstandort am Schloss / Ob Gebühren fällig werden, entscheiden Stadtvertreter im September

Zehn Uhr - Grüttners sind gerade fertig mit dem Frühstück. Oma und Opa verstauen noch schnell das Geschirr in den Hängeschränken während sich ihre Enkelin schon die Schuhe überstreift und hinüber zum Spielplatz läuft. Das zweite Mal stehen die Erfurter mit ihrem Wohnmobil auf dem Stellplatz hinter dem Barockschloss. Im Frühling waren sie schon mal hier. „Da war es Zufall“, sagt Regine Grüttner. „Aber diesmal sind wir gezielt hergefahren. Die Stadt mit ihrer Architektur gefällt uns, der Schlosspark ist wunderschön und der Stellplatz sehr ruhig gelegen.“ Etwa 15 Wohnmobile stehen an diesem Morgen auf der unbefestigten Fläche zwischen den Hecken neben der Schlossgärtnerei. Die meisten Caravane sind schon verlassen. Einige sind mit den Fahrrädern unterwegs, andere erkunden die Stadt. Bürgermeister Reinhard Mach meint, die Touristen im Stadtbild sofort zu erkennen. Letztens habe er ein Pärchen am Rathaus vor dem Stadtmodell angesprochen. „Wie sich herausstellte, waren das auch Wohnmobilfahrer“, erzählt er. Mach ist sich sicher, die Aufenthaltsdauer der Touristen mit dem Stellplatz um ein, zwei Tage zu verlängern. „Jeder Wohnmobilfahrer, der bei uns übernachtet, ist ein Gewinn für die Stadt.“

Seit fast 15 Jahren dürfen Wohnmobile hinterm Schloss stehen. Die Fläche neben dem Parkplatz an der Friedrich-Naumann-Allee ist vor 15 Jahren speziell für Caravane planiert worden. „Das Feedback war so gut, dass wir das Angebot erweitert haben“, sagt Henrik Wegner, Wirtschaftsförderer der Stadt. Letztes Jahr dann hat die Stadt Elektrosäulen aufgestellt und an der Zufahrt Möglichkeiten für die Tankentsorgung und Frischwasserzufuhr geschaffen. Auch die Größe der Müllbehälter hat sich inzwischen dem Bedarf angepasst. Das alles genießen die Womofahrer dieses Jahr noch kostenfrei, nur für Strom und Entsorgung müssen Chips für jeweils ein Euro gekauft werden. Jetzt denkt die Stadt über die Einführung von Gebühren nach. „Reinigung, Müllentsorgung, Instandhaltung haben ihren Preis“, sagt Bürgermeister Mach. Für die Stadtvertretersitzung im September sei deshalb ein Beschluss vorbereitet worden, wonach je nach Verweildauer gestaffelte Gebühren für die Stellplätze anfallen. Die Anregung dafür, so Mach, kam übrigens von den Wohnmobilisten selbst. Auch für Konstanze und Volker Weiche wäre das kein Problem. Die Randberliner haben mit ihren Zwillingen Miriam und Arthur auf der Rückreise von Dänemark für eine Nacht in Lulu gestoppt. Einziger Kritikpunkt: „Die Gaststätten hatten Montagabend alle zu.“ Ludwigslust kannten beide nur vom Hörensagen. „Jetzt können wir uns ein Bild machen“, sagt Konstanze. „Ein schöner Ort, an dem man ruhig mehr Zeit verbringen könnte.“

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