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Ludwigsluster Tageblatt

25. September 2017 | 06:35 Uhr

Ludwigslust : Kommen. Zuhören. Glücklich sein.

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Dichtes Gedränge vor den Bühnen, Flanieren im Kerzenschein, Zugaben bis Mitternacht - das war die 11. Kunst- und Kulturnacht in Ludwigslust

svz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 09:58 Uhr

„Die kenne ich. Die waren letztes Jahr schon da. Und die sind gut. Richtig gut.“ Achim Jahnke bleibt kurz stehen, blickt durch das Schaufenster von „Art und Hobby“ in der Schlossstraße. Dahinter spielen drei Ludwigsluster auf ihren Gitarren. Den Song „All Right Now“ hört man auch draußen auf der Straße. Weil die vielen Fans drinnen laut mitsingen. Achim Jahnke würde jetzt gern reingehen. Aber schon an der Eingangstür zum Geschäft von Sabine Wagner drängen sich die Menschen bis raus auf die Treppe. „Was soll’s. Wir kommen nachher nochmal“, sagt er. Der Abend ist noch jung. Gerade ist die Sonne untergegangen. Die Blaue Stunde taucht die Schlossstraße in ein warmes Licht. Lampions leuchten, Kerzen flackern und Strahler werfen mal grünes, mal rotes Licht an die Fassaden von Rathaus und Alter Post. „Kukuna ist eine echte Bereicherung für unsere Stadt“, sagt Achim Jahnke. Er und seine Frau haben sich mit Freunden verabredet. „Aber es wird nicht lange dauern, da werden wir auch auf der Straße Bekannte und Freunde treffen“, sagt Achims Frau.

„Die Nacht ist nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern auch ein Fest der Begegnungen“, sagt Evelyn Wegner, die im Rathaus im Fachbereich Kultur arbeitet. An diesem Abend trägt sie ein T-Shirt mit der Aufschrift „Kulturlotsin“. Lotsen muss sie aber niemanden. Große bunte Lampions vor den Türen und Fenstern weisen den Weg. In den beschaulichen Hinterhof der Katholischen Kirchgemeinde, wo die Ludwigsluster Schreiberlinge aus ihren Werken lesen. Ins Zebef, wo junge Inderinnen zur Musik aus „Bollywood“ tanzen. Oder ins Gewächshaus der Storchennest e.G., wo die Sänger der Rock- und Pop-Schmiede aus Göhlen umgeben von Palmen singen: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ . Überall ist es voll. Überall klatschen die Zuhörer begeistert, fordern Zugaben. Vor dem Rathaus spielt ein Leierkastenmann. Im Kaufhaus Nessler bringt das Berliner Trio OHRENblumen das Publikum zum Swingen. Ihr Programmtitel „Kommen. Zuhören. Glücklich sein.“ könnte auch das Motto der „Kukuna“ sein.

Achim Jahnke und seine Frau sind inzwischen an der Orangerie angekommen, der Konzertsaal für die AC/DC-Coverband „Jailbreak“. Auch hier drängen sich die Menschen vor dem Gebäude. Diesmal bahnen sich Jahnkes den Weg in die tanzende Menge. Auch Regina Prey ist hier. Die Ludwigslusterin hatte seit der ersten Kunst- und Kulturnacht ihren privaten Hof als Bühne für Musiker oder Autoren geöffnet. Dieses Jahr darf der Weltladen den Innenhof für die Lesung mit der Illustratorin Annette von Bodecker nutzen. Und Preys haben endlich Gelegenheit, auf der Kukuna Gast statt Gastgeber zu sein. Nicht nur Ludwigsluster machen sich in dieser milden Nacht auf den Weg. Auch Besucher aus Berlin, die das Wochenende hier bei Freunden verbringen, schlendern von Bühne zu Bühne: „Berlin hat kulturell wirklich viel zu bieten", sagen sie. "Aber was diese Kleinstadt hier schafft, ist einfach großartig.“

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