Ludwigslust : Kollegen für die Arbeitsspitzen

Zahlreiche Interessenten informierten sich beim Aktionstag Zeitarbeit im Ludwigsluster Kreistagssaal. Fotos: Uwe Köhnke
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Zahlreiche Interessenten informierten sich beim Aktionstag Zeitarbeit im Ludwigsluster Kreistagssaal. Fotos: Uwe Köhnke

Aktionstag Zeitarbeit der Arbeitsagentur zeigt Alternativen für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt

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08. Juni 2016, 11:41 Uhr

Ein Mittvierziger steht etwas unentschlossen im Kreistagssaal. Er hat eine Einladung von der Arbeitsagentur zum Aktionstag Zeitarbeit erhalten. Eigentlich ist der Mann aus Boizenburg gelernter Bauarbeiter. Wegen Rückenproblemen kann er diesen Beruf nach eigenen Worten aber nicht mehr ausüben. Eine neue berufliche Herausforderung muss her. Schließlich geht er zu einem Stand. So richtig fündig wird der Mann hier nicht, aber wenigstens gibt es die Registrierung, dass er hier gewesen ist.

Zeitarbeit stand im Mittelpunkt des gestrigen Aktionstages im Ludwigsluster Kreistagssaal. Neun regionale Firmen präsentierten ihre Angebote. Sie sind ständig auf der Suche nach guten Mitarbeitern. Seit vielen Jahren gäbe es eine gute Zusammenarbeit der Arbeitsagentur mit den Zeitarbeitsdienstleistern, bestätigt Veronika Sohra, Teamleiterin bei dieser Behörde. „Zeitarbeit ist ein wichtiges Instrument für die Firmen, Personalengpässe zu überbrücken, etwa bei Arbeitsspitzen oder in der Urlaubszeit“, sagt Veronika Sohra. Außerdem zeige die Erfahrung, dass viele die Zeitarbeit als Sprungbrett nutzten, wieder auf den Arbeitsmarkt zu kommen. Besonders, wenn sie lange berufliche Ausfallzeiten hätten.

Zweimal im Jahr lädt die Arbeitsagentur zu solchen Aktionstagen ein, immer im Wechsel in Parchim, Ludwigslust und Hagenow. Wobei die Lindenstadt in jedem Jahr dran ist, wegen ihrer zentralen Lage und der damit gegebenen guten Erreichbarkeit. Neben denen, die aus Neugier und wirklichem Interesse die Informationsmöglichkeiten nutzen, sind auch solche, die herkommen, um ihre finanziellen Leistungsansprüche nicht zu verlieren. Das Fazit, das Veronika Sohra zieht: Zeitarbeit ist besser als ihr Ruf. Auch in dieser Branche wird inzwischen der Mindestlohn von 8,50 Euro gezahlt.

Beim deutschlandweit aufgestellten Zeitarbeitsdienstleister „iperdi“ sind Tarifvereinbarungen des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen schon seit langem Thema. Nicole Kruse aus dem Ludwigsluster Büro und Frank Genkel aus Parchim sind nicht zum ersten mal beim Aktionstag dabei. Sie bieten Arbeitsplätze vor allem im Helferbereich, und da vor allem bei Lager und Logistik, aber auch in der Metallverarbeitung.

Im Gespräch lässt sich herausbekommen, wo die Stärken der Bewerber liegen. Manche sind kürzer, andere länger Zeitarbeiter. Frank Genkel hat es beispielsweise gerade erlebt, dass in einem Monat zwölf Mitarbeiter eine feste Anstellung in einem Unternehmen gefunden haben. „Für manche, die zum Beispiel keinen Führerschein haben, kann die Tätigkeit bei uns ebenfalls eine echte Alternative sein“, ergänzt Nicole Kruse. „Poolfahrzeuge stehen zur Verfügung, die unsere Mitarbeiter bei Bedarf zu den Einsatzorten bringen.“

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