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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 15:16 Uhr

Ludwigslust : Königszimmer in edler roter Seide

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Raumausstatter aus Dresden bringen im Barockschloss Wandbespannungen an

von
erstellt am 14.Okt.2014 | 07:59 Uhr

Das Königszimmer im zweiten Obergeschoss des Ludwigsluster Barockschlosses erstrahlt in einem satten Rot. Sebastian Ritter setzt den Tacker an, letzte Handgriffe, dann ist an dieser Stelle des Raumes die textile Wandbespannung befestigt. Der junge Mann, 25 Jahre, seines Zeichens Raumausstattermeister bei der Firma Weichelt aus Dresden, ist seit gut vier Monaten mit seinen Kollegen im Schloss tätig, um die verschiedenen Zimmer und Säle in neuem textilen Glanz erstrahlen zu lassen. „Das sind die ersten Räume, die hier im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen eine textile Wandbespannung erhalten, die historisch gesehen Tapeten aus Textil und Papier waren“, erklärte Restauratorin Ines Zimmermann von der Firma Twist aus Berlin, die diese Maßnahme betreut. „Vor fünf Jahren haben wir mit der Auswertung der Funde begonnen. Da gab es zig Schichten Tapeten zu analysieren, um herauszufinden, welche Befunde zu welchem Jahrhundert passen.“ Reste an Nagelkanten waren zwei bis drei Zentimeter groß, und das Rot, das hier in den Königswohnungen Verwendung findet, entspricht der damaligen Zeitebene. An vielen Stellen wurden laut Aussage von Ines Zimmermann für die jeweilige Zeitebene relevante Funde entdeckt.


Bei Rekonstruktion das 18. Jahrhundert im Blick


„Ausgehend von den Funden an den Nagelkanten und Unterleisten haben wir uns bei der Rekonstruktion auf das 18. Jahrhundert spezialisiert“, so Schlossleiter Peter Krohn beim Rundgang durch die Räume. Die Arbeiten der Raumausstatter werden in Abstimmung mit den anderen Gewerken ausgeführt, bereits fertig gestellte Wandbespannungen werden mit einer Schutzhülle überzogen, damit durch die Arbeiten nachfolgender Gewerke wie das Auftragen der Gold-Weiß-Fassung oder auch durch die Grundreinigung der Räume die kostbaren textilen Wandbespannungen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Ausschreibung der Firma, die die Bespannungen herstellen darf, erfolgte europaweit. Den Auftrag erhielt die Firma Seidenweberei Eschke aus Mühltroff in Sachsen. „Der Betrieb hat das ganze Gewebe gefertigt, und für das anspruchsvolle Projekt hat man genügend Zeit. Von der Planung bis zum fertigen Stück an der Wand vergehen da schon eineinhalb Jahre“, so Ines Zimmermann, die Expertin für textile Fachplanung. Die Raumausstatter, in diesem Fall, die Firma Weichelt aus Dresden, bringt die Wandbespannungen nach historischem Vorbild an – für den jungen Meister Sebastian Ritter ein Handwerk, das er inzwischen aus dem Effeff beherrscht. „Ich hatte gute Lehrmeister und konnte mir dadurch recht schnell die Techniken aneignen, die man für so ein Handwerk nach historischem Vorbild benötigt.“

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