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Schachfan in Malliss : Königstreffen im Kaminzimmer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Jörg Christian Röber spielt nicht nur leidenschaftlich gern Schach, er sammelt auch Figuren und Bretter in allen Formen und Größen

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2017 | 12:00 Uhr

 „Der König ist die faulste Socke“, sagt Jörg Christian Röber. „Der geht immer nur einen Schritt,  darf aber überall hin und wird von allen beschützt."  Könige - davon hat der 48-jährige Schachspieler viele. Kleine, große, dicke, dünne. Manche sind versilbert, manche aus Glas  oder  Stein, viele aus Holz, aus Plastik oder Gummi.  Er hat sie nicht gezählt, aber über die Jahre sind immer mehr Schachbretter und Figuren dazu gekommen. Sein liebstes Spiel stammt aus Afrika.  Das Brett aus feinem Speckstein, jede Figur ein Unikat. „Das hat mir ein Kollege aus  dem Urlaub mitgebracht“, sagt Jörg Christian Röber, der  freiberuflich als Sachverständiger für Baumängelanalyse unterwegs ist.  An jedem seiner Spiele hängen Erinnerungen. Röber erzählt von dem alten römischen Schachspiel, das er zufällig auf einem Flohmarkt entdeckt hat.  Schön sei auch das schwere Schieferbrett, geschlagen aus einem einzigen Stein,  das er im Internet ersteigert habe.  „Es ist hübsch anzusehen, aber nicht unbedingt gut zu spielen“, sagt Röber.  „Dafür nehmen wir lieber die Holzfiguren.“

Schach gespielt wird bei Röbers meistens sonntagvormittags.   „Ein Spiel liegt immer irgendwo griffbereit“, sagt Vater Jörg Christian. Sein Sohn Leon (12) konnte schon Schach spielen, bevor er eingeschult wurde.  Letzte Woche hat er seinen Vater das erste Mal besiegt.  Leon  mag das Harry-Potter-Spiel ganz gern. „Weil man die magnetischen Figuren mit einem Zauberstab bewegt und die Bauern  auseinanderfallen, wenn sie geschlagen werden“, sagt er.   Harry Potter und Star Wars - die beiden Schachspiel-Varianten nimmt Jörg Christian Röber auch gern mit in die Mallisser Schule, wenn er dort immer donnerstags die Schach-AG leitet. „Damit kann man die Kinder schnell für das Spiel begeistern.“ 

Für Röber könnte Schach in Deutschland auch ein festes Unterrichtsfach sein. „Wie in Russland. Da gehört Schach für die Grundschüler von der ersten bis zur vierten Klasse  auf den normalen Stundenplan“, erklärt er. „Schach ist ein Denksport. Ähnlich wie Mathe. Die Kinder lernen, strategisch vorzugehen.  Wenn man das nicht früh genug fördert, dann versiegt diese Fähigkeit.“

Auch Jörg Christian  Röber hat als Kind Schach gelernt. „Ich habe meinem Vater und meinem Opa stundenlang beim Spielen zugesehen und irgendwann durfte ich es dann endlich selber.“ Später hat er im Ferienlager sogar einmal den DDR-Vizemeister besiegt.

Turniere sind für den 48-Jährigen aber heute keine Option. Dafür fehlt es im Dorf  am Verein und ihm schlichtweg an der Zeit. Das Praktische am Schach: Man kann es überall spielen. Auch ohne  den König. Im Ostseesand  mit Stöcken und Steinchen. Oder an der Kaffeetafel mit  weißen und dunklen Schaumküsschen auf dem  Schoko-Vanille-Blechkuchen. Auch das hat Jörg Christian Röber mit seinen Kindern schon ausprobiert.

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