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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 20:42 Uhr

Ludwigslust : Klingelzeichen fünf vor zwölf

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigslust muss seine Schullandschaft den Anforderungen der Zukunft anpassen

von
erstellt am 20.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Bildung ist das große Thema, das am Sonnabend in der Ludwigsluster Stadthalle bei einer öffentlichen Konferenz auf der Tagesordnung steht. Am Freitag gab es schon einmal einen Vorgeschmack. Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Dirk Friedriszik schaute sich Steffen Freiberg, Staatssekretär im Schweriner Bildungsministerium, Knackpunkte in Ludwigslust an, die Probleme in der Lindenstadt und ihren Ortsteilen markieren.

In der Fritz-Reuter-Grundschule in der Kanalstraße lernen derzeit 218 von 250 möglichen Schülern. 36 Mädchen und Jungen werden in diesem Jahr die Schule verlassen und an der Regionalen Schule „Peter Joseph Lenné“ in die fünfte Klasse kommen. 60 Anmeldungen für künftige Erstklässler verzeichnen Schulleiterin Cornelia Schubring und ihr Team bereits. „In der Regel unterrichten wir zweizügig, manchmal auch dreizügig, was in den kommenden Jahren sicherlich zunehmen wird“, benennt die Schulleiterin die Situation. Aktuell lernen in den zweiten Klassen 25 Schüler pro Klasse, in den ersten Klassen sind es 20. Insgesamt 65 Kinder haben derzeit in der Reuterschule einen Migrationshintergrund, sie sprechen 14 Muttersprachen. Aktuell fehlen vier Lehrer wegen Krankheit. Seit einigen Wochen müssen dadurch 36 Kinder zusammen unterrichtet werden. Anhand der komplizierten Verhältnisse macht Cornelia Schubring auf den Spannungsbogen aufmerksam: Auf der einen Seite steigende Schülerzahlen, auf der anderen das Leitziel der Schule, das in einem individualisierten Lernen besteht.

Die Fritz-Reuter-Schule möchte gerne einen Hort auf ihrem Gelände haben.

„Wir als Stadt könnten uns vorstellen, dass die freiwerdenden Hortplätze für weitere Kita-Plätze genutzt würden“, sagte Bürgermeister Reinhard Mach.


„My heart beats for you“ singt Techentin


„My heart beats for you – wir Techentiner stehen zusammen“, sangen die Mädchen aus der dritten und vierten Klasse der Techentiner Grundschule mit kräftigen Stimmen für die Gäste. Sie brachten damit besser als viele Worte zum Ausdruck, dass hier noch das Lebensgefühl einer ländlichen Schule herrscht. Das aber ist bedroht, unterstreicht Schulleiterin Simone Dahnke nachdrücklich. Individuelles Lernen und Inklusionsziel stoßen in Techentin bereits an räumliche Grenzen. 2006 erfolgte die letzte bauliche Erweiterung der Grundschule. Alle Anträge seit 2011 in dieser Beziehung verliefen erfolglos.

Die Aussage der Schulleiterin ist klar: Eine Schule benötigt Rahmenbedingungen – mehr als nur vier Klassenräume. Der Schulträger ist gefordert, mithin die Stadt Ludwigslust.

Das Land werde vor allem inklusionsbedingte Mehrkosten fördern, stellte Staatssekretär Freiberg klar. Alle anderen Voraussetzungen für gelingende Schule seien Sache des Schulträgers. Einig waren sich die Kommunalpolitiker vor Ort darin: In Ludwigslust muss in den nächsten Jahren in puncto Bildungslandschaft etwas passieren. Schulen stoßen an ihre Grenzen. Immer wieder spielt auch das Thema Neubau der katholischen Edith-Stein-Schule eine Rolle. Sie hat einerseits ihren festen Platz in der Ludwigsluster Schullandschaft, auf der anderen Seite hat das Erzbistum Hamburg die Investition zunächst zurückgestellt – mit ungewissem Ausgang.

Dirk Friedriszik brachte es auf den Punkt: Planer müssen in die Schulen, der Bedarf in den nächsten Jahren ist zu ermitteln und abzustimmen.

Die heutige Bildungskonferenz in der Stadthalle soll sowohl Kommunalpolitikern als auch der Stadtverwaltung Hausaufgaben aufgeben, was in den nächsten Jahren zu tun ist.

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