Ludwigslust : Kleinster Hinweis kann helfen

Feuerwehrleute können am Einsatzort wichtige Beobachtungen machen.
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Feuerwehrleute können am Einsatzort wichtige Beobachtungen machen.

Freiwillige Feuerwehren können Polizei bei der Brandursachenermittlung unterstützen / Kriminaldauerdienst bietet dazu Infoveranstaltungen

svz.de von
09. März 2016, 17:00 Uhr

Wenn’s brennt, kommt die Feuerwehr. Die Kameraden sind meist die ersten Einsatzkräfte am Brandort – oft noch vor der Polizei. Verständlich, sind doch die Freiwilligen Wehren sozusagen vor Ort stationiert. Das kann auch der Kripo nutzen.

Dieter Schönrock, Leiter des Kriminaldauerdienstes (KDD) Ludwigslust: „Wir wollen die Feuerwehrleute im Zusammenhang mit Einsätzen an den Brandorten für bestimmte Dinge sensibilisieren. Dazu bieten wir den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Fortbildungsveranstaltungen an.“

Hintergrund: Bei Bränden ist die Ursache in der Regel zunächst fast immer unklar. Es kann sich sowohl um einen technischen Defekt, Selbstentzündung, aber auch Brandstiftung handeln. Die Brandermittler der Kripo untersuchen den Brandort in der Regel erst nach dem Löscheinsatz – verständlicherweise. Dann aber können wichtige Spuren durch Flammen bzw. Löscharbeiten vernichtet sein.

KDD-Leiter Dieter Schönrock: „Die Feuerwehrleute, die als erste am Einsatzort eintreffen, sehen manches, was später vielleicht nicht mehr zu erkennen ist. Das können zum Beispiel offene Türen oder Fenster sein, Gegenstände, die sich an einer bestimmten Stelle befinden. Das alles kann für unsere folgenden Ermittlungen zur Brandursache wichtig sein.“

Und: Handelt es sich um Brandstiftung, kann es durchaus sein, dass der oder die Täter sich noch in Tatortnähe aufhalten oder aber sich gerade davon machen. „Deshalb ist es für uns auch von Bedeutung, wenn die Feuerwehrleute bei ihrer Anfahrt zum Brandort eventuell Personen oder Fahrzeuge feststellen, die vor Ort sind oder sich entfernen. Auch scheinbar belanglose Hinweise können in solchen Fällen auf den Täter hinweisen.“

Zu all diesen Fragen wollen die Kriminalisten die Freiwilligen Feuerwehren nun noch mehr sensibilisieren. Erste entsprechende Veranstaltungen mit dem Brandermittler des Kriminalkommissariats Ludwigslust hat es in einigen Wehren bereits gegeben.

Daniela Bennöhr, Geschäftsführerin des Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust-Parchim: „Wir finden das Angebot der Polizei, mit der wir an den jeweiligen Brandorten zusammenarbeiten, toll.“ Interessierte Wehren, die das Angebot der Kripo nutzen wollen, können sich im Kriminalkommissariat in Ludwigslust melden.

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