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Ludwigsluster Tageblatt

23. Oktober 2017 | 12:09 Uhr

Grabow : Kleiner Saal bald im neuen Glanz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Zum Neujahrsempfang sollen Sanierungsarbeiten in diesem Bereich des Mehrgenerationenhauses „Fritz Reuter“ in Grabow abgeschlossen sein

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Noch ist nur zu erahnen, wie der Saal im oberen Stockwerk des Mehrgenerationenhauses „Fritz Reuter“ im Kießerdamm in wenigen Wochen nach dem Ende der Sanierungsarbeiten aussehen wird. Bei einer Stippvisite mit Bürgermeister Stefan Sternberg überzeugte sich die SVZ vom Fortgang der Arbeiten, die im alten Jahr begonnen hatten. „Die Elektrik musste erneuert werden, die neuen Fenster waren schon eingebaut. Aktuell stehen Maler- und Fußbodenarbeiten an“, erzählte Stefan Sternberg. Als wir den Raum betreten, ist Malermeister Uwe Wohlfart gerade dabei, mit einem Mitarbeiter seiner Firma die für die Elektroleitungen gezogenen Schächte in der Wand zu verfugen. Er unterbricht seine Arbeit, um mit dem Grabower Verwaltungschef den Fußbodenbelag und die verschiedenen Farbmuster für den Anstrich des Sockels und der Wände auszuwählen . „Mit dem Abschluss der Arbeiten in den nächsten Tagen wird praktisch die gesamte Etage mit Reutersaal, Multifunktionsraum, Küche und Orchesterraum fertiggestellt“, ergänzt der Grabower Bürgermeister, der dann hier mit seinen Amtskollegen aus den 13 Gemeinden des Amtsbereiches am 31. Januar zum Neujahrsempfang einlädt.

Das Reuter-Haus erfuhr im Jahre 2008 eine umfassende Sanierung, am 12. Dezember jenen Jahres war die feierliche Eröffnung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses. Saal, Flure, WC-Anlagen und die Fassade wurden aufwändig erneuert, im Bereich der Fassaden erwies sich die Gestaltung als besonders schwierig, weil die Außenhaut des Gebäudes sehr ausgeschmückt ist. Der hintere kleine Saal, auch Orchesterraum genannt, wurde damals nur provisorisch instandgesetzt. Nun ist es so, dass sich in den letzten Jahren immer mehr Nutzer für dieses Gebäude fanden, das Haus für Familienfeiern oder andere Veranstaltungen gern gebucht wurde. „Unser Ansinnen und auch die Planung für die Neugestaltung des Saales haben wir als Stadt seit 2008 nicht aus den Augen gelassen und nun werden wir mit diesem Vorhaben das gesamte Innenkonzept des Reuter-Hauses fertigstellen“, sagt Stefan Sternberg. Die Sanierung läuft über die Wohnungsbaugesellschaft WBV Grabow, die die Arbeiten der Handwerksfirmen koordiniert. „Finanzielle Mittel für dieses Sanierungsvorhaben sind jeweils in den Haushalt 2013 und 2014 eingestellt worden“, erläuterte der Bürgermeister beim Rundgang durch das geschichtsträchtige Gebäude.

Das Realprogymnasium am Kießerdamm wurde im Jahre 1870 als höhere Knabenschule erbaut, und fiel in die Amtszeit des damaligen Bürgermeisters Franz Floerke. Der Jurist und Schulfreund Fritz Reuters prägte den städtischen Charakter von Grabow, indem er für den Bau von Brücken, Chausseen, der Eisenbahnanbindung und industrieller Anlagen sorgte. Unter anderem engagierte er sich im Direktorium der Ersparnis-Anstalt in Grabow, die sich unter seiner Leitung zu einer der größten Institute des Landes entwickelte und begründete die Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank zu Schwerin.

Das heutige Mehrgenerationenhaus „Fritz Reuter“ im Kießerdamm 19a beherbergte bis zum Ende des Schuljahres 2005/06 die Realschule Grabow. Als das Haus leergezogen war, stand zur Diskussion, was mit dem Gebäude passieren sollte. „Die Grabower Stadtvertretung hat damals entschieden, das Haus einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Und das Haus hat sich dann ja auch in den zurückliegenden Jahren bis heute auf vielfältige Weise zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Treffpunkt entwickelt. Hier finden nicht nur regelmäßig Stadtvertretersitzungen statt, hier kommen auch Vereine und Verbände zusammen, um die verschiedenen Veranstaltungen durchzuführen. Dazu zählen z.B. die Volkssolidarität, der Partnerschaftsverein, der Freundeskreis der Suchtkrankenhilfe oder die Amtsjugendpflege. Schulen nutzen das Haus für verschiedene Projekte, andererseits werden zu festen Zeiten die Multifunktionsräume für Freizeitangebote vergeben. Das Kinder- und Jugendhaus „Blue Sun“ unter der Trägerschaft des DRK hat hier seinen festen Sitz, auch die Stadtbibliothek hat hier ihr Domizil und unter den kleinen wie großen Grabowern einen festen Leser- und Nutzerstamm.

Am Gebäude des Reuter-Hauses selbst sind in diesem Jahr noch Abkantarbeiten auf den Attikas geplant, damit das Regenwasser an der Fassade keine größeren Schäden anrichten kann, ergänzt Stefan Sternberg.

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