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Ludwigsluster Tageblatt

24. August 2017 | 06:59 Uhr

Ludwigslust : Kleiner Patient und große Sorge

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Toni Rosteck vom DRK Ludwigslust erklärt Eltern, welche Handgriffe im Notfall mit dem Kind helfen / Kursangebote auch in Ludwigslust

Sie toben, spielen, erkunden die Welt auf ihre eigene Art und Weise: Kinder. Doch der unbändige Entdeckerdrang kann das eine oder andere Mal auch zum akuten Notfall führen. Dann muss es häufig schnell gehen, um den kleinen Patienten auch angemessen zu helfen. Was für geschultes Fachpersonal schon keine einfache Situation ist, bedeutet für Eltern oder andere Erwachsene, die das Kind in diesem Moment in ihrer Obhut haben, eine enorme Stress-Situation.

Damit in dieser nervenaufreibenden Phase einige rettende Handgriffe bekannt sind und das Stress-Level ein wenig besser kontrolliert werden kann, hat der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Ludwigslust nach Vorbild von Nachbarverbänden einen besonderen Kurs ins Leben gerufen: „Es geht um den Notfall am Kind, vom Säugling bis zum jungen Schulalter“, erläutert Susann Ide, zuständig für den Bereich Aus- und Fortbildung beim DRK. Eingeladen dazu sind nicht nur Eltern und werdende Eltern, sondern jeder Erwachsene, der in der Ersten Hilfe am Kind etwas dazu lernen möchte – die Experten kommen auch in die Kitas.

Gemeinsam mit Rettungsassistent Toni Rosteck koordiniert Ide die Kurse in der Region. „Im Grunde haben wir damit auf die Nachfrage von Eltern und unsere Erfahrung bei den Einsätzen reagiert“, erklärt Rosteck. Der 27-Jährige ist seit 2011 beim DRK im Einsatz. Seit knapp drei Jahren ist er Rettungsassistent. „An meinem ersten Einsatz kann ich mich noch vage erinnern. Es war ein Fieberkrampf, und wir sind morgens um 3 Uhr rausgefahren“, erzählt Rosteck. Er selbst empfand die Situation damals als stressig, aber erfahrene Kollegen an seiner Seite haben eine angemessene Ruhe vermittelt. Diese Ruhe will er nun auch anderen weitergeben. „Es geht darum, die Angst vorm Einsatz am Kind zu nehmen und kleine Handgriffe zu zeigen, mit denen bereits erste Abhilfe geleistet werden kann“, so der Fachmann. Denn seiner Erfahrung nach ist nicht gleich jeder Anruf auch ein Notfall. Bei einem Schreikrampf helfe manchmal auch eine andere Lagerung. Doch im Notfall ist es nicht die Lagerung, sondern häufig die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Leben rettet. Rosteck verweist darauf, dass die Überlebenschance um zehn Prozent pro Minute abnimmt, wenn bei einem Atemstillstand keine Erste Hilfe wie die Herzdruckmassage mit Beatmung geleistet wird. „Ich erlebe immer wieder, dass die Erste Hilfe vielen Angst macht – auch beim Einsatz am Erwachsenen. Gerade bei Kindern besteht die Befürchtung, sie verletzen zu können“, sagt Toni Rosteck. Doch mit ein wenig Übung und reduziertem Krafteinsatz sei das kein Problem.


Kurs-Termine in der Region


Diese Routine vermittelt Rosteck in seinen Notfall-Kursen. In drei bis vier Stunden gibt es einige Praxiseinheiten an der Puppe, Tipps und Kniffe bei der Erstversorgung. Am 25. April findet ein Kurs in der Pampower Seniorenwohnanlage, Schmiedeweg 4a, von 8.30 bis 10.30 Uhr statt. Am 29. April können Interessierte in den Schulungsraum beim DRK-Kreisverband kommen. Weitere Informationen und Auskünfte zu den Kosten gibt es bei Susann Ide vom DRK unter Telefonnummer 03874/ 3261128.

 

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erstellt am 12.Apr.2017 | 12:00 Uhr

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