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Ludwigsluster Tageblatt

20. Oktober 2017 | 00:07 Uhr

Ludwigslust : Klassenfahrt in die Barockzeit

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Museumspädagogische Kurse, Führungen und Workshops sollen Kinder und Jugendliche zunehmend ins Schloss Ludwigslust locken

von
erstellt am 30.Jun.2014 | 13:14 Uhr

Wie lebten die Kinder am Hofe? Wie sah es mit Hygiene und Mode aus? Welche Geschichten verbergen sich hinter den Mauern des Ludwigsluster Barockschlosses? Diesen und vielen anderen Fragen geht Sylvia Wulff als Museumspädagogische Mitarbeiterin des Schlosses gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen nach. Sie nimmt sie mit auf die Reise in die Zeit der Herzöge, die in Ludwigslust residierten, macht die Kinder und Jugendlichen auf unterhaltsame Weise vertraut mit vielen Bereichen des höfischen Lebens. „Die Liste mit den Angeboten der Museumspädagogik wird immer länger. Dazu gehören neben den ständigen Führungen für jede Altersgruppe auch das Einstiegsthema für die 3. Klassen und Kindergartenkinder, das sich eben mit dem Leben der kleinen Prinzen und Prinzessinnen am Hofe der Herzöge befasst“, war von Sylvia Wulff zu hören, die bereits im achten Jahr als Museumspädagogin tätig ist. „Ebenso werden auch Rundgänge zum Thema Tiere im Schloss, die auch auf Gemälden zu sehen sind, gut angenommen.“ Zu Ferienzeiten und zu Ostern und Weihnachten gibt es spezielle museumspädagogische Themen, die mit einer für die Kinder ansprechenden Gestaltung ergänzt werden, so Sylvia Wulff. „Da ist es schon spannend zu wissen, wie z.B. der letzte Herzog hier Weihnachten gefeiert hat.“

Als im Jahr 2011 die Baumaßnahmen im Schloss begannen, überlegten sich die Mitarbeiter des Schlosses um ihren Leiter Peter Krohn, der selbst jahrelang als Museumspädagoge gearbeitet hatte, welche Angebote vor allem in den Ferien die Kinder ins Schloss locken könnten. Da wurde die Idee entwickelt, hier im Schloss Puppentheater zu spielen, seitdem verzaubert Puppenspielerin Margit Wischnewski die Kleinen in den Sommerferien und zu Weihnachten mit ihren Handpuppen und Marionetten. „Demnächst wollen wir auch verstärkt Papiertheater anbieten, das ist erstmalig in unserem Veranstaltungsprogramm und richtet sich an Kinder ab zwei Jahren“, erklärt Museumspädagogin Sylvia Wulff.

Dabei handelt es sich sozusagen um Kuscheltiertheater, der jeweiligen Altersgruppe angepasst. „Am 15. Juli wird im Schloss die Geschichte vom Entchen erzählt. Mit einfachen Handlungen sollen die ganz Kleinen an das Theater herangeführt werden.“


Kunsthandwerkern über die Schulter geschaut


„Wie fesseln wir auch gerade die jüngeren Besucher trotz Baumaßnahmen ans Museum und ans Schloss? Zum Beispiel mit der neu konzipierten Reihe Kunsthandwerk hautnah“, ergänzt Sylvia Wulff und erinnert sich an die Anfänge dieser Offerte. „So waren wir mit Kindern im Februar 2013 in der Werkstatt von Steinmetz Michael Bobzin, dann sind die Veranstaltungen mit dem Holzrestaurator Ralph Broschek zu nennen, der mit seinem Team im Großen Saal des Schlosses die Fußböden restauriert und den Kindern viel vermitteln konnte zu Einlegearbeiten aus der Barockzeit.“ Die Kinder konnten vor einiger Zeit den Mitarbeitern der Neumühler Bauhütte beim Vergolden zuschauen, auch der Vortrag von Restaurator Andreas Volkmar, der sich mit Papiermaché beschäftigt, kam bei den Kindern und Jugendlichen gut an. Zu diesem Thema soll es in den Sommerferien drei weitere Veranstaltungen geben.

Die Bemühungen der Museumspädagogin, Kinder und Jugendliche schon früh für Kunst und Kultur, für Landesgeschichte und museale Schätze zu interessieren, zeigen zunehmend Erfolg. „Im Vorjahr konnten wir rund 2000 Mädchen und Jungen zu unseren Veranstaltungen begrüßen, das war schon ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.“

Dabei sei es wichtig, dass die Kinder im Jahr nicht nur einmal, sondern auch zwei- bis dreimal zu anderen Themen wieder im Schloss vorbeischauen, so die Museumspädagogin, die nicht nur Mädchen und Jungen aus Kitas und Schulen von Ludwigslust und Umgebung, aus Kummer oder Wöbbelin willkommen heißen kann. Auch Schulklassen aus Hamburg, Berlin und Brandenburg unternahmen schon im Rahmen mehrtägiger Klassenfahrten einen Abstecher in das Schloss Ludwigslust und in eine Reise in die Zeit der Herzöge.

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