Redefin : Klasse Lewitzer auf dem Parcours

Die besten Lewitzer Deutschlands gaben sich gestern bei der Bundesschau in Redefin ein Stelldichein.
Die besten Lewitzer Deutschlands gaben sich gestern bei der Bundesschau in Redefin ein Stelldichein.

Rund 70 Pferde aus ganz Deutschland stellten sich gestern den vier Wertungsrichtern im Landgestüt Redefin

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03. August 2015, 07:00 Uhr

Susan Bolte ist voll in Aktion, wirkt ein wenig angespannt. Das wundert nicht, denn bei der Bundeslewitzerschau geht es schließlich um was. Gestern stellten sich 70 Pferde dieser Rasse aus ganz Deutschland den Wertungsrichtern in Redefin.

Susan Bolte, zu Hause in Deibow, ist Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Lewitzer. „So eine Bundesschau ist schon etwas Besonders“, sagt sie. Die Lehrerin liebt Pferde über alles. Schon mit neun Jahren hatte die Deibowerin ein Pony, und seit 2004 ist Susan Bolte auf die Lewitzschecken gekommen. „Sie sind klar, umgänglich, Menschen bezogen“, schwärmt sie für diese Rasse.

Ausrichter dieser Bundesschau ist der Mecklenburger Pferdezuchtverband. Aber die IG Lewitzer bringt sich kräftig in die Vorbereitung ein. Viel Lob gibt es deshalb an diesem Tag für die Herrichtung des Platzes – und die Sonne lacht dazu.

Erstmals gab es Bundesprämien für Stuten. Und Susan Bolte ist auch hier unter den Erfolgreichen.

Die Veranstaltung erfährt Wertschätzung. Nicht nur durch das Pferde kundige Publikum, sondern auch Politprominenz ist gekommen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus schaut vorbei, um sich zu informieren.

Zwar zieht sich das Wertungsprogramm etwas in die Länge – aber es gibt ja zu essen und zu trinken. Und stöbern nach Zubehör konnte man auch.

Die letzte Bundeslewitzerschau gab es übrigens vor vier Jahren – ebenfalls im Landgestüt Redefin. Damals feierte die Mecklenburger Spezialrasse 40-jähriges Jubiläum. 1971 wurden im damaligen „Volkseigenen Gestüt (VEG) Lewitz“ die ersten gescheckten Ponys gezüchtet.

Von Anfang an wurde auf einen einwandfreien Charakter großen Wert gelegt, da die Kleinpferde besonders für Kinder geeignet sein sollten. Gleichzeitig dienten sie als Kutsch- und Fahrpferde, zum Beispiel vor dem Milchwagen.

Die Lewitzer waren mit ihren Schaubildern auch gern gesehene Gäste auf vielen Turnieren und bei den Redefiner Hengstparaden. Die Zucht etablierte sich hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in Sachsen und Thüringen.

1998 wurde die Interessengemeinschaft Lewitzer des Landes MV gegründet, die im Pferdezuchtverband MV integriert ist. Es folgten die ersten bundesoffenen Lewitzer-Schauen. Galt am Anfang der 90er Jahre die Regelung, dass alle englischen Reitponyrassen und Vollblutrassen als Veredler zugelassen wurden, so gibt es seit dem Oktober 2005 ein geschlossenes Zuchtbuch.

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