Neustadt-Glewe : „Kinderland“ bald in Stadthand?

Rückführung im Gespräch: die Kita „Kiku Kinderland“
Rückführung im Gespräch: die Kita „Kiku Kinderland“

Nürnberger Träger kündigt Vertrag mit Kita zum Jahresende: Stadtvertreter entscheiden jetzt über Rückführung in kommunale Trägerschaft

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14. August 2020, 05:00 Uhr

Suchen wir nach einem neuen Träger? Oder nehmen wir die Kita wieder in die eigene Hand? Die Frage stellen sich die Neustädter Stadtvertreter seit feststeht, dass der Träger „Kinderzentren Kunterbunt“ aus Nürnberg seinen Vertrag für die Kindertagesstätte in der Lederstraße zum Jahresende kündigt. „Wir haben lange überlegt und sind zu dem Schluss gekommen, dass es das Beste wäre, die Kita zu rekommunalisieren“, sagt Sebastian Tappe, Stadtvertreter für die CDU. Deshalb werde seine Fraktion kommende Woche auf der Stadtvertretersitzung öffentlich einen entsprechenden Antrag stellen. Darin wird die Bürgermeisterin beauftragt, „die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, um den städtischen Hort und die Kita Kiku Kinderland ab Januar 2021 durch die Stadt selbst zu betreiben“. Die Stadt hatte die Kita vor gut zehn Jahren an den externen Träger mit Sitz in Nürnberg abgegeben. „Die Gründe, die wir dafür hatten, existieren heute nicht mehr“, sagt Tappe. So hätte sich die Stadt damals mit dem „Forderungsmanagement bei den Elternbeiträgen“ schwer getan. Das entfalle heute, weil Eltern keine Beiträge mehr zahlen müssen. Eine Übernahme biete sich aus Sicht der CDU-Fraktion auch an, weil die Stadt sowieso Eigentümerin der Gebäude ist und im Sommer 2021 den Hort, der sich bisher ebenso in Trägerschaft der Kinderzentren Kunterbunt befand, neu bauen will. Bürgermeisterin Doreen Radelow, selbst lange Grundschullehrerin, war zu jener Zeit Elternvertreterin in der Kita , als die Kommune die Trägerschaft abgab. „Ich war schon damals nicht gerade begeistert davon“, sagt sie. „Wenn sich unsere Stadt kinder- und familienfreundlich nennt, dann sollte die kommunale Verantwortung für die Kita ein Baustein dafür sein.“

Der Antrag der CDU-Fraktion überrascht sie nicht. „Ich möchte der Diskussion auf unser Sitzung am Donnerstag ungern vorgreifen“, sagt sie. „Aber ich kann mich gut mit dem Antrag identifizieren.“ Der Vorschlag sei nicht verkehrt, auch wenn die Umstände in diesen Zeiten alles andere als einfach seien. Stimmen die Stadtvertreter für den Antrag, dann käme auf die Verwaltung eine enorme verwaltungstechnische Herausforderung zu. Entgeltverträge, Abrechnungen mit dem Landkreis, pädagogische Konzepte.... „Wenn wir das vernünftig machen wollen, müsste sich auch die Verwaltung ganz anders aufstellen.

Neustadt-Glewe ist nicht die erste Kommune im Landkreis, die über eine Rekommunalisierung einer Kita nachdenkt. Die Gemeinde Sülstorf hatte bereits im April ihre Kita vom Deutschen Roten Kreuz zurückgenommen. Groß Laasch übernimmt die Kita der Volkssolidarität voraussichtlich zum 1. Januar 2022.

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