Techentin : Kinderlachen in alter Büdnerei

Die Mädchen und Jungen der Kita Techentin spielen jeden Tag im großen Garten rund um die 200 Jahre alte Büdnerei.
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Die Mädchen und Jungen der Kita Techentin spielen jeden Tag im großen Garten rund um die 200 Jahre alte Büdnerei.

Stadt will im kommenden Jahr rund 115 000 Euro in die Kita Techentin in der Büdnerstraße investieren

neumann_neu.jpg von
23. November 2017, 05:00 Uhr

Fast 200 Jahre ist die alte Büdnerei alt, in der die Kindergartenkinder der Kita Techentin betreut werden. Etliche Bauteile des Hauses sind natürlich viel jünger, aber auch längst erneuerungsbedürftig. Und das soll im kommenden Jahr auch geschehen. „Wir wollen die Sanitäranlagen, die Heizung und die Fenster erneuern“, erklärte Holger Böwe, Fachbereichsleiter Hochbau bei der Stadtverwaltung, auf der Sitzung des Sozialausschusses, der sich dazu in der städtischen Kita getroffen hatte. „Außerdem müssen ein Balken ersetzt und unter dem Dach Dämmung angebracht werden.“

Kita-Leiterin Eva Grupe hatte den Gästen zuvor das Haus gezeigt. „Einige Fenster gehen schwer auf“, demonstrierte sie im Gruppenraum im Erdgeschoss. Sie stammen noch aus DDR-Produktion. „Ein Tischler hatte immer noch solche alten Griffe, so dass bei Bedarf repariert werden konnte.“

Eva Grupe ist seit 25 Jahren Leiterin der Kindertagesstätte. „Als ich anfing, wurde gerade das Dach (ein Reetdach, d. Red.) neu gemacht“, berichtete sie. Zwei Jahre später folgte eine größere Sanierung. Insofern blickt die Leiterin der Kindertagesstätte, zu der neben den Krippen- und Kindergartenräumen in der Büdnerstraße auch der Hort in der Schulstraße gehört, relativ gelassen auf die möglichen Bauarbeiten. „In den Sommerferien könnten wir den Hortbereich mitnutzen“, so Eva Grupe. Der genaue Bauablauf werde mit der Einrichtung abgesprochen, versicherte Holger Böwe. Noch wartet die Stadt, die rund 115 000 Euro in die Kita Techentin investieren will, auf die Zusage der Fördermittel. In Aussicht gestellt wurden sie nach Aussage des Fachbereichsleiters.

Die Räume in der Kita Techentin, die in ihrer Arbeit viel Wert auf Natur und Bewegung legt, sind vergleichsweise klein. Dafür gibt es einen großzügigen Außenbereich mit viel Platz, Spielgeräten, Hügeln und sogar einem eigenen kleinen Wald. Das Interesse der Eltern an der Einrichtung, die Kinder ab zwei Jahren aufnehmen darf, ist groß. „Unsere Anmeldeliste ist lang“, erklärte Eva Grupe. Derzeit werden in der Kita 33 Kindergartenkinder zwischen drei und sechs Jahren sowie im Hort an der Schule 100 Mädchen und Jungen betreut.

„Sie können stolz darauf sein, was Sie aus den kleinen Räumen gemacht haben“, sagte Ausschussmitglied Gerd Laudon. Die jetzt geplante Sanierung sei aber noch nicht die Lösung, die für Techentin benötigt wird. Auch Beate Müller, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales, meinte, dass mittelfristig über eine Erweiterung nachgedacht werden müsse.

Das Fachwerkhaus in der Büdnerstraße stammt von 1820. „In jenem Jahr hatte Heinrich Schult den Antrag gestellt, einen Büdnerkaten zu bauen“, erklärte Christa Riebeling, die in der Techentiner Geschichte forscht. Im 20. Jahrhundert wechselten die Besitzer und die Nutzungen. 1946 pachtete zum Beispiel der Kreis das Gebäude, und das Künstlerkollektiv um den Maler und Grafiker Hermann Schepler zog dort ein. Ab 1949 wohnten dann Teilnehmer von „Aufschulungslehrgängen“ für Kindergärtnerinnen dort, ehe 1952 der Techentiner Kindergarten einzog.

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