Wöbbelin : Kilian hat jetzt freie Fahrt

Kilians E-Mobil passt jetzt durch die Terrassentür. Auch Michaela und Michael Reibstirn freuen sich.
Kilians E-Mobil passt jetzt durch die Terrassentür. Auch Michaela und Michael Reibstirn freuen sich.

Wobau Neustadt-Glewe sorgte dafür, dass schwerbehinderter Junge in Wöbbelin per E-Mobil ohne Hindernisse in Wohnung gelangen kann

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18. September 2017, 20:55 Uhr

Noch ist es für Michaela Reibstirn ein bisschen ungewohnt. Eben war Kilian noch draußen auf dem Hof und im nächsten Augenblick steht er mit seinem Rollstuhl schon in der Küche. Ein weiterer Schritt in ein normales Leben – zumindest im Rahmen der Möglichkeiten des elfjährigen Kilian.

Schon mehrmals haben wir über den schwerbehinderten Jungen aus Wöbbelin berichtet. Auch darüber, wie aufopferungsvoll sich seine Eltern Michaela und Michael um ihren Sohn kümmern, der an einer äußerst seltenen Krankheit leidet, die Kilian an den Rollstuhl fesselt.

Und um genau diesen Rollstuhl geht es, genauer: Um das E-Mobil, mit dem Kilian draußen unterwegs ist. Trotz Erdgeschoss nämlich musste Kilian bisher mehrere Stufen überwinden. Zunächst, um überhaupt ins Haus zu kommen, dann, um im Treppenhaus die Wohnung zu erreichen. Michael Reibstirn hatte bisher jeweils eine Rampe auf die Stufen gelegt, über die Kilian mit seinem Fahrgerät auf- oder abwärts rollte. „Das war jedes Mal eine abenteuerliche und auch nicht ganz ungefährliche Sache“, sagt Michael Reibstirn. „Einmal ist Kilian dabei sogar rückwärts gerollt und wir konnten einen Unfall gerade so verhindern.“

Dabei gibt’s hinten, zur Gartenseite, eine Terrassentür, durch die ein Zutritt zur Wohnung auch per Rolli möglich ist, ohne Stufen überwinden zu müssen. Nur: Der Eingang war bisher mit 59 Zentimetern zu schmal für das E-Mobil.

Und genau hier sprang erneut die Wobau Neustadt-Glewe ein. Unmittelbar nachdem ihn der Hilferuf der Reibstirns erreicht hatte, stand Wobau-Geschäftsführer Achim Jahnke in der Tür. Michael Reibstirn: „Herr Jahnke hatte gleich Handwerker mitgebracht, die sofort alles ausmaßen.“ Immerhin musste nicht nur der Eingang um fast einen halben Meter erweitert werden. Wegen der Vergrößerung des Eingangsbereichs mussten auch ein neues Fenster einschließlich einer Tür her, das Fensterbrett verändert und ein Heizkörper versetzt werden.

„Die Wobau hat dann alles bestellt und drei Wochen später standen die Handwerker erneut vor der Tür. Bevor wir uns versahen, war alles innerhalb von zwei Tagen erledigt, und wir haben jetzt einen tollen Zugang für Kilian in die Wohnung. Wir möchten uns bei alle Beteiligten und natürlich besonders bei der Wobau Neustadt-Glewe und Herrn Jahnke persönlich für die schnelle und unbürokratische Hilfe bedanken“, freuen sich Michaela und Michael Reibstirn. „Ich kann jetzt ganz allein in unsere Wohnung und auch wieder raus“, freut sich Kilian, der dafür bisher auf Hilfe angewiesen war. „Und zum Taxi, dass mich zur Schule bringt, fahre ich jetzt auch ohne Hilfe mit meinem E-Mobil.“

Der Umbau kostete rund 2700 Euro. Die Kosten trägt die Wobau. „Und das ohne Wenn und Aber und ohne, dass wir die Kosten auf die Miete umlegen“, so Wobau-Geschäftsführer Achim Jahnke. „Wir wollen, dass sich unsere Mieter wohlfühlen. Deshalb unterstützen wir sie grundsätzlich. Das gilt selbstverständlich auch für ältere Menschen und solche, wie im Falle Kilians, die ganz besonders auf Hilfe angewiesen sind.“ Bereits vor einiger Zeit hatte die Wobau extra für Kilian ein Bad in der Wohnung einbauen lassen. Einen Teil der damaligen Kosten hatte die Kasse übernommen, den anderen Teil ebenfalls die Wobau.

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