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Hagenow/Ludwigslust : Kfz-Innung Retter der Berufsschule

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Erst war es der Mangel an Lehrlingen, nun geht es um zu wenige Berufsschullehrer / Land will Thema klären

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 17:24 Uhr

Traurig aber wahr, das Thema des Überlebens des Hagenower Teils der Berufsschule hängt am erfolgreichen Werben der Firmen im Kfz-Bereich der Region. Nur wenn die so viele Lehrlingen gewinnen könne, dass zwei Klassen aufgemacht werden, nur dann gibt es auch die Berufsschulbildung weiterhin vor Ort. Seit Monaten kommt nun noch ein Mangel an Berufsschullehrern dazu. Einigen Betroffenen ist da vor Tagen der Kragen geplatzt, sie trugen dem Ministerpräsidenten das Thema direkt vor. Erwin Sellering sagte zu, sich mit dem Bildungsminister um eine Lösung kümmern zu wollen.

Das ist auch wichtig, weil derzeit die 145 angehenden Kfz-Mechatroniker von nur einem einzigen Sachkundelehrer unterrichtet werden.

Diese Thema der immer noch schwierigen Lehrlingsausbildung war dann auch einer der zentralen Punkte auf der jüngsten Innungsversammlung. Obwohl die Mitgliedsbetriebe der Kfz-Innung in etwa nur ein Viertel aller Firmen der Branche im Altkreis Ludwigslust ausmachen, haben sie doch entscheidenden Anteil bei der Lehrlingsgewinnung. Und diese Firmen halten schon aus Eigennutz die Standards bei Ausbildung und Prüfung hoch.

In diesem Jahr waren die Reihen bei der Versammlung, die zugleich auch Weihnachtsfeier war, besonders dicht gefüllt. Schließlich war der 25. Jahrestag der Innung zu feiern. Ein verdienstvoller Name wurde vom Obermeister Gerhard Klinckmann aus Picher dabei immer wieder genannt: Der des früheren Obermeisters Heiner Drenckhahn. Der hatte den Laden immer wieder zusammengehalten und auch durch die schwierigen Fusionszeiten zwischen dem Hagenower und Ludwigsluster Bereich geführt. Legendär ist auch der Kampf um Unabhängigkeit von Institutionen, nachdem die Innung vor vielen Jahren in die Fast-Pleite gerutscht war, übernahmen die Mitgliedsbetriebe die Führung. Klinckmann: „Heute sind wir in ruhigem Fahrwasser und sind wirtschaftlich abgesichert.“

Was nicht bedeutet, dass es keine Probleme gibt. Eines der Hauptthemen ist die Zukunft der Abgasuntersuchungen. Hier, das wurde in der Diskussion deutlich, ist allen nur klar, dass sich nach dem VW-Skandal einiges ändern wird. Für viele kleine Firmen stellt sich spätestens dann die Frage, ob sie sich die dann geforderten Ausrüstungen überhaupt noch leisten können und wollen. Das gilt jetzt auch schon für die Ausstattung für die so genannten Prüfstützpunkte oder auch für die simplen Lichttests. Schon jetzt reichen die bisherigen Messeinrichtungen für die Einstellungen vieler LED-Scheinwerfer nicht mehr aus.

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