Dömitz : Keine Zwangspause auf der Elbe

Schiffsführer und Reeder Andreas Heckert im Hafen von Dömitz. Er blickt zufrieden drein, denn dieses Jahr mussten die Ausflugsfahrten bisher nicht ausfallen.
Foto:
1 von 2
Schiffsführer und Reeder Andreas Heckert im Hafen von Dömitz. Er blickt zufrieden drein, denn dieses Jahr mussten die Ausflugsfahrten bisher nicht ausfallen.

Ausflugsdampfer „Elise“ auf Kapriolen des Stromes eingestellt

von
30. August 2016, 21:00 Uhr

Die Elbe ist eine Diva. Auf jede Wetterlage reagiert sie irgendwie. Plätschert sie freundlich dahin, ist alles in Ordnung. Das ist momentan der Fall, doch nur an der Oberfläche. Der Fluss führt Niedrigwasser. Auch ein Phänomen, mit dem diejenigen umgehen müssen, die am und vom Fluss leben. Andreas Heckert aus dem wendländischen Quickborn ist so einer.

„Aktuell läuft es vergleichsweise gut“, sagt er. Im vergangenen Jahr waren drei Wochen Zwangspause angesagt, weil das Wasser im Fluss gar so niedrig stand. Das sei diesmal zum Glück ausgeblieben, sagt Heckert.

Mit sehr viel Flexibilität und Erfahrung lässt sich manches handhaben. „Wir haben uns noch nicht ein einziges Mal festgefahren“, sagt der Schiffsführer. Echolot braucht er nicht, das sei eher nicht praktikabel. „Was unten auf dem Grund los ist, das sieht man an der Strömung“, sagt Andreas Heckert. Das reicht für ihn aus, richtig zu steuern. 2001 haben sie in Dömitz begonnen und sind als einzige von mehreren Anbietern geblieben.

Auch weil MS „Elise“, die in der Regel von Dömitz aus ablegt, genau die richtige für ihren Job ist. Gebaut 1974 auf der Luxwerft in Mondorf am Rhein, besitzt sie zwei V8-Dieselmaschinen mit jeweils 300 PS Leistung. Die beiden Antriebspropeller sind um 360 Grad drehbar und geben dadurch Manövriersicherheit. Außerdem sind sie mittels „Kufen“ gegen eventuelle „Angriffe“ des Flussgrundes geschützt.

Ein Meter Wasser unter dem Schiff reichen aus, dem Rumpf allein wären schon 70 Zentimeter genug. Eine Ursache, weshalb Andreas Heckert plant, die Schrauben des Schiffes noch um rund 30 Zentimeter höher zu legen.

Der 52-Jährige bietet mit vier fest angestellten und flexibel einsetzbaren Mitarbeitern unter anderem Ausflugsfahrten auf der Elbe rund um Dömitz an. Da geht der Blick jeden Tag zuerst auf die Wasserstandsvorhersage des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Magdeburg. 1,20 Meter in Richtung Lenzen, 95 Zentimeter in Richtung Hitzacker – so war es zu Beginn dieser Woche. Andreas Heckert weiß, dass der Klimawandel auch das Leben am Fluss verändert.

Die Elbe reagiert sensibel, nicht nur auf die meteorologischen Veränderungen, sondern auch auf die Handlungen des Menschen, die er aus den verschiedensten Interessenlagen heraus vollzieht. Höhere Deiche und Renaturierung, alles habe seine Auswirkungen, so der erfahrene Schiffsführer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen