Gorlosen : Keine Windkraft in Gorlosen

Solche Windkraftanlagen soll es in Gorlosen nicht geben.
Solche Windkraftanlagen soll es in Gorlosen nicht geben.

Gemeindevertreter stimmen gegen Anlagen im Gebiet Wanzlitz und Gorlosen West - vor allem Artenschutz und Natur im Fokus

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02. Mai 2018, 05:00 Uhr

Die Gemeinde Gorlosen will keine Windkraftanlagen. Weder vor der eigenen Haustür, noch in einer ihrer Nachbargemeinden. Auf ihrer jüngsten Sitzung erteilte die Gemeindevertretung das gemeindliche Einvernehmen für ein Windprojekt im Bereich Gorlosen West nicht, außerdem sprach man sich einstimmig gegen die Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Gemarkung Wanzlitz aus. Sehr zur Freude der zahlreich anwesenden Einwohner.

In der Arbeitsgruppe, die extra für die Erarbeitung einer Stellungnahme als Nachbargemeinde gegründet wurde, stand von vornherein fest, dass man Windräder hier nicht zulassen will. Um dieser Meinung Nachdruck zu verleihen, ließ sich die Arbeitsgruppe zusätzlich ein Gutachten über das Gefährdungspotenzial von Windrädern im Biotop „Windgebiet Wanzlitz“ von Dr. Martin Eckert erstellen, welcher in dem Gorlosener Ortsteil Dadow lebt. In der Stellungnahme, die von Ortsteilvertreterin Kathrin Heiden verlesen wurde, geht es unter anderem um die Schall- und Schattenwurfgutachten, die lediglich auf Grundlage von Rechenmodellen erstellt wurden. „Reale Werte würde es erst geben, wenn die Windkraftanlagen stehen. Und dann ist es zu spät“, so Kathrin Heiden. Die anwesenden sechs Gemeindevertreter stimmten für die vorliegende Stellungnahme, die nun zum Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Westmecklenburg geschickt wird.

Besondere Beachtung fand in beiden Anliegen der Artenschutz. So wurden im Gebiet der Gemarkung Wanzlitz zehn Vogelarten festgestellt, die auf der Roten Liste des Landes stehen. „Darunter der Kormoran, der Milan oder der Schwarzstorch“, so Kathrin Heiden. Bedenklich ist außerdem die hohe Anzahl von Fledermäusen, die besonders im Gebiet Gorlosen-West entlang der Waldgebiete oder in Hecken leben. Hier bestehe ein erhöhtes Kollisionsrisiko mit den Windkraftanlagen. Laut des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) müssten hier Abschaltzeiten der Anlagen eingerichtet werden, die zum Beispiel von Mai bis Ende September gelten könnten. Da zwei Gemeindevertreter, darunter Bürgermeister Berthold Böttcher, beim Gebiet Gorlosen-West befangen sind, entschieden vier Vertreter, das gemeindliche Einvernehmen für dieses Gebiet nicht zu erteilen.

Trotz der sehr ausführlichen Ausarbeitungen, die alle möglichen Betroffenheiten durch Windkraftanlagen aufzeigten, ist den Gemeindevertretern vor allem eins wichtig. „Wir leben hier naturnah und ruhig, und das soll bitte so bleiben. Wir müssen mit unseren Beschlüssen die Einwohner, die Natur und Landschaft schützen“, so Kathrin Heiden. Das naturnahe Umfeld als Heimat und für den Tourismus soll erhalten bleiben, wie es abschließend in der Stellungnahme heißt.

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