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Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 15:07 Uhr

Ludwigslust : Keine Vorfahrt für Radfahrer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigslusterin ärgert sich, dass Rechts-vor-links-Regel in der Schweriner Straße oft ignoriert wird / Neue Parkregeln geplant

von
erstellt am 07.Jul.2016 | 07:00 Uhr

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass Cornelia Krüger-Lemcke durch die Schweriner Straße radelt. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ihr dabei die Vorfahrt genommen wird. „Für andere Autos halten die Kraftfahrer noch an“, sagte die Ludwigslusterin am Heißen Draht der Redaktion. „Für mich als Radfahrerin nie.“ Dass die Rechts-vor-links-Regel ignoriert wird, erlebe sie fast immer – egal, ob sie aus der Seminarstraße auf die Schweriner fahren will oder aus der Bergstraße. „Und jedes Mal ärgere ich mich darüber“, so Cornelia Krüger-Lemcke.

Sie ist nicht die Einzige. Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen, weil Autofahrer durch die Schweriner Straße fahren, ohne an den Kreuzungen auf die von rechts kommenden Fahrzeuge zu achten. Nicht weniger oft stockt der Verkehr, weil sich Bus- und Lkw-Fahrer im Abstand von wenigen Zentimetern an geparkten Autos vorbeischieben müssen. Die Schweriner Straße ist und bleibt für viele Verkehrsteilnehmer ein Ärgernis, mit dem sich auch die Stadtvertreter schon mehrfach befasst haben. Doch gravierende Änderungen sind nicht in Sicht.

Jens Gröger, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung bei der Stadtverwaltung, räumt ein, dass die Situation insbesondere für die Radler nicht gut ist. „Aber durch den vorgegebenen Querschnitt der Straße gelingt es uns nicht, dort etwas für die Radfahrer zu machen“, erklärte er auf SVZ-Anfrage. „Wir haben da keine tolle und machbare Idee.“ Man könnte vielleicht die Parknischen zurückbauen. Das müsste die Stadt aber selbst bezahlen… Die Rechts-vor-links-Regel abzuschaffen, indem die „Zone 30“ in diesem Bereich wieder aufgehoben wird, ist aus seiner Sicht mit Verkehrsbehörde des Landkreises und Polizei kaum machbar. „Wir können nicht ständig mit neuen Ideen kommen“, so Gröger. „Und meines Wissens gibt es dort keinen Unfallschwerpunkt, so dass das System nicht ganz verkehrt sein kann.“ Und das bestätigt auch Andreas Steuck, Vorsitzender der Verkehrsunfallkommission: „Seit Schaffung der Tempo-30-Zone sind keine Auffälligkeiten im Unfallgeschehen zu verzeichnen. Deshalb wurde seitens aller Beteiligten stets an der derzeitigen Regelung festgehalten.“ Sollten von den Beteiligten oder der Öffentlichkeit zweck- und rechtmäßige Alternativen vorgebracht werden, so würden diese durch die Straßenverkehrsbehörde geprüft werden, ergänzte Susan Koch, Pressereferentin des Landkreises. In der 30er-Zone sieht Jens Gröger auch einen klaren Vorteil: „So kriegen wir die Geschwindigkeit raus.“

Im Gespräch war auch schon eine Einbahnstraßenregelung. Sie war bei der Erarbeitung des Verkehrsentwicklungsplanes 2025 Ludwigslust geprüft worden. Das Ergebnis: Die Idee sollte nicht weiter verfolgt werden, weil die Regelung mit einer eingeschränkten Erreichbarkeit der Angebote in der Schweriner Straße und erheblichen Mehr-Wegen verbunden wäre.

Eine Änderung, die auch im Verkehrskonzept enthalten ist, soll es jedoch geben: Das Parken soll neu geordnet werden. „Künftig soll nur noch auf einer Seite geparkt werden dürfen“, erklärte Jürgen Rades, 2. Stellvertreter des Bürgermeisters. Eventuell solle es an der Seminarstraße einen Wechsel der Fahrbahnseite geben. Bislang „springen“ die Parkflächen munter von einer Seite auf die andere. „Wir sind dabei, dazu eine Anhörung von Verkehrsgesellschaft, Rettungsdienst und Anwohnern vorzubereiten, um anschließend den Antrag an die Verkehrsbehörde zu stellen“, erklärte Jürgen Rades. Ob das die Situation dann verbessert, bleibt abzuwarten.

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