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Ludwigslust-Parchim : Keine Schule muss schließen

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Entwurf des Schulentwicklungsplanes des Landkreises liegt vor / Für einige Einrichtungen Ausnahmeregelungen erforderlich

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 14:32 Uhr

Gute Nachricht für Lehrer, Schüler und Gemeinden: Im Landkreis Ludwigslust-Parchim soll in den nächsten Jahren keine Schule geschlossen werden. So sieht es der Entwurf des Schulentwicklungsplanes für die Jahre 2015/16 bis 2019/20 vor, der den Schulträgern zur Stellungnahme vorgelegt wurde und noch vor der Sommerpause vom Kreistag beschlossen werden soll. Dennoch ist mit Widersprüchen zu rechnen – gegen die Schuleinzugsbereiche.

Die Stadt Ludwigslust etwa möchte, dass die Kinder aus dem Stadtgebiet und aus all ihren Ortsteilen eine Grund- bzw. Regionalschule in ihrer Trägerschaft besuchen können. Sie verweist auf § 46 des Schulgesetzes MV, wonach „der Einzugsbereich einer Schule… grundsätzlich das Gebiet des Schulträgers“ ist. Doch der Landkreis will Regionalschüler aus Kummer und Glaisin weiter in die Schulen in Picher bzw. Malliß schicken, da die „Regionalschulstandorte Picher und Malliß ansonsten bestandsgefährdet wären“. Auch im Förderschulbereich sollen Glaisiner Kinder weiterhin nach Dömitz und nicht nach Ludwigslust fahren.

Lediglich für die Grundschüler folgt der Landkreis in seinem Schulentwicklungsplan-Entwurf einer alten Forderung der Stadt – die Kinder aus dem 2005 eingemeindeten Ortsteil Glaisin sollen künftig in der Grundschule Kummer unterrichtet werden. Das dürfte aber den Eldenaern wenig schmecken, weil die Glaisiner an der dortigen Grundschule künftig fehlen. Doch diese hat laut Prognose auch ohne Glaisiner genügend Schüler, um als „Kleine Grundschule“ – also mit mindestens zwei Lerngruppen mit jeweils mindestens 20 Kindern – gesichert zu sein.

Ob man zur Sicherung von Schulstandorten von dem Grundsatz abweichen will, dass der Einzugsbereich einer Schule das Gebiet ihres Schulträgers ist – das ist eine Frage, mit der sich der kreisliche Bildungsausschuss nach Angaben des stellvertretenden Landrates Andreas Neumann auf einer Sitzung am 9. März befassen wird. Wann der Ausschuss dann über den Schulentwicklungsplan selbst beschließt, ist unklar. Der Kreistag soll aber noch vor der Sommerpause entscheiden – viel später als ursprünglich geplant.

Für Verzögerungen hatte einerseits ein höchstrichterliches Urteil gesorgt, dass den Einfluss des Schulträgers bei geplanten Schulschließungen erheblich stärkt. „Wir wollten abwarten, ob das Land irgendwie darauf reagiert“, erklärte Andreas Neumann. Außerdem sollte bei Schulen, deren erwartete Schülerzahl hart an der Grenze zur Schließung liegt, genau nachgeprüft werden, wie sich eine Schließung auf die Schulwegzeiten auswirken würde. Denn werden die als zumutbar geltenden Zeiten überschritten, dürfen Schulen auch weitergeführt werden, wenn sie nicht die geforderte Schülerzahl erreichen. Über diese Ausnahmeregelung kann die Regionale Schule Malliß gesichert werden. Auch die Grundschulen in Kummer, Eldena, Balow, Malliß und Neu Kaliß können dank Ausnahmeregelung als „Kleine Grundschule“ weiter bestehen.

Burkhard Thees ist als Kalisser Bürgermeister und Kreistagsmitglied froh, dass kein Schulstandort aufgehoben werden muss. „Es wäre schade, wenn irgendwo eine Schule schließen müsste. Sie würde nicht wiederbelebt werden können, wenn die Schülerzahl wächst“, erklärte er. Gerade für Neu Kaliß ist er da mit Blick auf zuziehende Familien und junge Frauen, die Nachwuchs erwarten, zuversichtlich. „Auch für die Großbetriebe in unserer Gemeinde ist es wichtig, dass es eine funktionierende Infrastruktur mit Kindergarten und Grundschule gibt. Sie sind darauf angewiesen, dass Fachkräfte hierherkommen“, so Thees. 

 

 

 

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