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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 20:26 Uhr

Dömitz : Keine Gefahr durch Löcher im Deich

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bei Mahd werden sie laut Deichschützer verfüllt / Maulwürfe als Verursacher

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Vor der Theaterpremiere unterhalb der Dömitzer Festung will sich Christa Tornow noch kurz die Füße vertreten. Während sie auf und ab geht, lässt sie ihre Blicke über den Deich schweifen. Was sie dann sieht, erstaunt die Frau aus Vietze auf der gegenüberliegenden Elbseite. Mehr noch: Es erschreckt sie. „Der Deich ist von Löchern übersät“, wendet sie sich an unsere Redaktion. „So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Und tatsächlich: In der wasserseitigen Deichböschung befinden sich unzählige Löcher. Sie sind unterschiedlich groß – die kleinsten haben einen Durchmesser von drei Zentimetern, bei den größten sind es sechs oder acht. Die Vietzerin macht sich Sorgen: „Wenn Wasser in die Löcher fließt und dann gefriert, zerstört es den Deich.“ Und wenn dann das nächste gefährliche Hochwasser kommt... Christa Tornow möchte gar nicht daran denken. Beim Jahrhunderthochwasser 2013 hat sie miterlebt, wie die tieferen Bereiche ihres Dorfes überflutet wurden. „Das THW ist mit Booten die Straßen entlanggefahren, um die Menschen aus den Häusern zu holen“, sagt die Vietzerin. Rund 20 Häuser seien betroffen gewesen. „Ich habe große Ehrfurcht vor der Elbe. Sie hat eine so unglaubliche Kraft, wenn sie versucht, sich Gebiete wiederzuholen, die ihr gehörten.“

Walter Klamann, Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (Stalu) in Dömitz, beruhigt. „Der Deich ist in keinster Weise in Gefahr. Von den Löchern wird nach der nächsten Mahd so gut wie nichts mehr zu sehen sein“, sagt Klamann, der Maulwürfe für die Verursacher hält. Beim Mähen der Grasnarbe und beim Schleppen werde der Boden zurück in die Löcher befördert. Auf diese Art und Weise seien bei einer vorherigen Mahd offenbar auch die Maulwurfshügel verschwunden. In der nächsten oder übernächsten Woche soll im Bereich Dömitz planmäßig wieder gemäht werden. Wo Schafe die Arbeit der Mähtechnik übernehmen, trampeln sie die Löcher zu.

Die Maulwürfe buddeln laut Klamann nur in der Mutterbodenschicht und dringen nicht in den Sandkern vor. Ihr Tun ist aus Stalu-Sicht weniger gefährlich als das anderer Tiere. Ein Fuchs- oder Dachsbau oder die größeren Löcher von Bisamratte oder Biber seien kritischer zu sehen. Und die Wühlmäuse sind – obwohl auch klein – im Deich nicht gern gesehen, weil sie anders als der Maulwurf die Wurzeln des Grases wegknabbern und damit die wichtige Grasnarbe beschädigen. Gegen sie kämpfen die Deichschützer mit dem Aufstellen von Sitzkrücken, auf denen sich Greifvögel niederlassen können, um die Mäuse zu jagen. Nach Überzeugung von Walter Klamann erfolgreich. „Zu 90 bis 95 Prozent stammen die Löcher im Deich von Maulwürfen.“

 

 

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