Ludwigslust : Keine Bombenfunde am Bahnhof

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Stahlhelme und Infanteriemunition geborgen / Kampfmittelräumer schlossen Arbeiten gestern ab / Weg frei für Bau des Parkplatzes

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10. März 2015, 21:00 Uhr

Die Kampfmittelräumer haben am Ludwigsluster Bahnhof keine Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Das bestätigt Thomas Cogiel, Leiter des Munitionszerlegebetriebes Jessenitz, am Dienstag bei einem Vor-Ort-Termin.


Anomalien werden überprüft


Seit rund vier Wochen beobachteten nicht nur die Anwohner der Ludwigsluster Bahnhofsgegend das Geschehen auf der Freifläche entlang der Rudolf-Tarnow-Straße. Männer der Firma GFKB – Gesellschaft für Kampfmittelbeseitigung mbH Pinnow bei Schwerin – untersuchten das Baugelände des künftigen Pendlerparkplatzes, der hier entstehen soll (SVZ berichtete).

„Zuletzt waren wir bei der Überprüfung der Anomalien, die wir bei den Bohrlochsondierungen gemessen haben. Es wurden keine Großkampfmittel gefunden“, so Cogiel. Indessen seien aber vergrabene Stahlhelme und Infanteriemunition entdeckt worden. Die würden abtransportiert. Die Suche am Bahnhof ist gestern Nachmittag abgeschlossen worden, bestätigt der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Rades.

Sondiert wurde auf zwei Ebenen. Alle Funde stammen von der oberen. Auf der unteren Ebene haben die Männer lediglich stillgelegte Leitungen aufgespürt. Von den Plänen her sei das schlecht zu erkennen gewesen, erklärt Thomas Cogiel. „Ursprünglich hatten wir vorgesehen, 3900 Bohrlöcher zu setzen. Letztendlich haben wir aber nur rund 2200 geschafft, weil überall Leitungen lagen“, beschreibt er die Schwierigkeit der Arbeit. Wo nicht gebohrt werden konnte, weil die Gefahr von Beschädigungen bestand, waren zusätzlich Suchschachtungen notwendig. Ein wenig überrascht ist Thomas Cogiel, dass nicht mehr entdeckt wurde. Auf Luftaufnahmen aus den letzten Kriegstagen waren genau in dem jetzigen Suchfeld eine Anzahl Bombentrichter zu sehen.

Der Experte ging allerdings bereits zu Beginn der Suche vor vier Wochen davon aus, dass hier keine Bomben mit Langzeitzünder gefunden werden dürften. Dieses Zündsystem mit einer Wirkung noch Stunden nach dem Abwurf bildete den Unterschied zum Aufschlagzünder, der die Bomben beim Auftreffen detonieren ließ.

Die Zusammenarbeit mit dem städtischen Ordnungsamt und den Sicherheitsbehörden sei abgestimmt gewesen, so Cogiel.

„Wir waren auf alles vorbereitet“, sagt auch Jürgen Rades für den Fall, dass doch etwas gefunden worden und Evakuierungsmaßnahmen im angrenzenden Wohngebiet nötig geworden wären.

Der Bombenangriff auf Ludwigslust in den Mittagsstunden des 22. Februar 1945, bei dem über 200 Menschen starben, war Teil der alliierten Operation „Clarion“, der größten und weiträumigsten Angriffskampagne der Engländer und Amerikaner, die bereits 1944 geplant worden war. Sie dauerte zwei Tage und hatte die Zerstörung zahlreicher Verkehrsanlagen im Deutschen Reich zum Ziel. Beteiligt waren die achte und neunte US-Luftflotte sowie die Royal Air Force der Engländer.

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