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Ludwigsluster Tageblatt

19. September 2017 | 13:41 Uhr

neustadt-glewe : Keine Begleitung auf letztem Weg

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neustadt-Glewes Stadtvertretung beschloss Friedhofssatzung gegen die Stimmen der CDU / Anonyme Bestattungen ohne Angehörige

von
erstellt am 25.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Eigentlich sollte die neue Friedhofssatzung Neustadt-Glewes bereits Ende vergangenen Jahres beschlossen werden. Doch nach eingehender Beratung damals sah vor allem die CDU-Fraktion noch Diskussionsbedarf und der Vorsitzende der Linksfraktion, Peter Warnecke, hatte Änderungsanträge aus seiner Sicht dargelegt, die in die neue Friedhofssatzung eingearbeitet werden sollten: Bestattungen sind montags bis sonnabends möglich, Porträtfotos auf Grabsteinen erlaubt und anonyme Bestattungen erfolgen ohne Angehörige (SVZ berichtete).

Am Donnerstagabend nun beschloss die Stadtvertretung besagte Friedhofssatzung mehrheitlich, die CDU-Fraktion jedoch stimmte gegen diese Satzung. Der entscheidende Kritikpunkt der Christdemokraten betrifft den Umgang mit anonymen Bestattungen. Paragraph 15 der Satzung legt fest, dass in anonymen Urnenreihengrabstätten die Beisetzung der Urne ohne Teilnahme der Angehörigen erfolgt. Silke Schulz von der CDU begründete, warum ihre Fraktion der Satzung nicht zustimmen werde. Sie verwies u. a. darauf, dass hier etwas geändert wird, was seit Jahren in Neustadt-Glewe funktioniert habe. So entstehe jetzt eine Situation, „dass man seine Angehörigen nicht mehr auf dem letzten Weg begleiten kann“, sagte Silke Schulz. CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Rosenkranz bekräftigte gestern auf Nachfrage: „Hier werden die Bedarfe und Bedürfnisse der Bürger nicht beachtet.“ Hintergrund der jetzigen Festlegung sind auch Befürchtungen, Angehörige der Verstorbenen könnten das anonyme Gräberfeld betreten um an der jeweiligen Beisetzungsstelle Blumen niederzulegen. Silke Schulz stellte dem entgegen, eine entsprechende Gestaltung des Urnenfeldes, zum Beispiel durch einen kleinen Zaun, könne das verhindern.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage, ob Bestattungen in Neustadt-Glewe nur von Montag bis Freitag stattfinden sollen. Laut der beschlossenen Satzung erfolgen Bestattungen nun an Werktagen montags bis sonnabends und – ebenfalls ein Diskussionspunkt im vergangenen Jahr – Porträtfotos auf Grabsteinen sind erlaubt. Peter Warnecke von der Linksfraktion betonte, bei der Gestaltung der Friedhofssatzung habe es unterschiedliche Standpunkte gegeben und es seien sehr viele Kompromisse eingebaut worden. Er verteidigte die Stadtverwaltung gegen Schuldzuweisungen.

Zu Beginn der Sitzung am Donnerstagabend hatte die Stadtvertretung des früheren Bürgermeisters Neustadt-Glewes, Uwe Menz, gedacht. Er war vor wenigen Tagen verstorben. Uwe Menz war von 1994 bis 2010 Bürgermeister der Stadt gewesen. Stadtpräsidentin Silvia Weinaug (SPD), betonte, das Herz von Uwe Menz habe für Neustadt-Glewe geschlagen. Im Gedenken für den Verstorbenen erhoben sich die Stadtvertreter und Gäste für eine Schweigeminute.

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