Ludwigslust : Keine Angst vor neuem Anbieter

Sozialfundus blickt „optimistisch und skeptisch“ auf neues Sozialkaufhaus,

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06. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Am Montag wird in Ludwigslust das Sozialkaufhaus „Novi Life“ eröffnet (SVZ berichtete). Andere Anbieter, die ebenfalls in der sozialen Sparte unterwegs sind, beobachten die Entwicklung mit Aufmerksamkeit.

Dazu gehört neben der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes auch das Arbeitslosenzentrum „Uns Hüsung“ Am Schlachthof in der Lindenstadt. Es betreibt den Sozialfundus „Der Umwelt zuliebe“. Seit zwölf Jahren ist dieses Sozialkaufhaus Anlaufadresse für Menschen mit schmalem Geldbeutel, auf der anderen Seite aber auch für jene, die noch gut erhaltene Sachen für andere Menschen spenden wollen. Es ist ein Stamm von Spendern und Kunden entstanden.


Mitarbeiter stellen sich Herausforderungen


Haben die Mitarbeiter Angst, dass hier ein Konkurrenzunternehmen erwächst? Nein, sie stellen sich den Herausforderungen, wie Renate Völckert, die Leiterin des Arbeitslosenzentrums, erklärt.

Zurzeit gibt es im Sozialfundus 264 Bedürftige, die per Kundenkarten registriert sind. Um vom Finanzamt eine Steuerbegünstigung zu erhalten, muss die Einrichtung die Bedürftigkeit von zwei Drittel ihrer Kundschaft nachweisen – deshalb diese Kundenkarten.

Im Fundus arbeiten gegenwärtig sechs Eurojobber, außerdem fünf weitere Mitarbeiter und ein Schuldnerberater.

Renate Völckert blickt sowohl mit Optimismus als auch mit Skepsis auf die Zukunft mit dem Anbieter „Novi Life“. „Wir sehen das zusätzliche Sozialkaufhaus nicht als Bedrohung, sondern als zusätzliche Möglichkeit zum Einkaufen“, sagt sie. Renate Völckert hofft, dass die gute Arbeit des Sozialfundus in den zurückliegenden Jahren sich auszahlen wird und die Kunden nach wie vor dem Sozialfundus beim Arbeitslosenverband die Treue halten.

Ein Stück Gelassenheit zieht der Arbeitslosenverband aus dem Rundum-Service, den er Am Schlachthof anbieten kann. Gegenwärtig sind es wieder vermehrt Aussiedler, die hierher kommen und die Hilfe zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen benötigen.

„Die Ausgangsbasis ist gut“, sagt die Leiterin von „Uns Hüsung“. „Das Niveau des Vorjahres ist erreicht worden. Wir freuen uns nach wie vor über jeden Spender.“

Renate Völckert wendet aber gleichzeitig ein, dass sie keine Entsorgungsfirma seien, also nur das annehmen würden, was man anderen Menschen als Einrichtungsgegenstände auch zumuten könne. Im Sozialfundus setzt man dabei auf die Vernunft der Ludwigsluster.

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