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Ludwigsluster Tageblatt

23. Oktober 2017 | 17:08 Uhr

Hohen Woos : Kein Weg führt in die Heide

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hohen-Wooser wollten zur 725-Jahrfeier eine Kutschfahrt in die Leussower Heide machen: Betretungsverbot bremst sie aus

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 07:00 Uhr

Die Hohen-Wooser haben ein Problem und sind enttäuscht. „Wir feiern am 28. Mai das 725-jährige Bestehen unseres Dorfes. Hierzu laden wir immer viele ehemalige Bewohner von Hohen Woos ein. Es kommen auch einige Bewohner des ehemaligen Dorfes Quast zu uns. Das Dorf Quast lag im ehemaligen Gelände des Truppenübungsplatzes und musste diesem etwa 1960 weichen“, erklären Irmgard und Jürgen Wolf die Lage.

„Solange die Bundeswehr noch auf dem Gelände war, holten wir uns eine Genehmigung bei dem jeweiligen Kommandanten und durften dann eine Kremserfahrt von Hohen Woos nach Quast machen, die bei allen Ehemaligen sehr beliebt war“, so Familie Wolf weiter.

Seit dem Rückzug der Bundeswehr ist das Bundesamt für Immobilienaufgaben Eigentümer der Flächen. Wie ihnen bedeutet wurde, wandten sich die Hohen-Wooser zuständigkeitshalber an das Amt Dömitz-Malliß, um eine Erlaubnis für Kremserfahrten zu erhalten. Die Organisatoren verpflichteten sich, während der Fahrt nicht anzuhalten und keine Person aussteigen zu lassen. Trotzdem gab es dann die Ablehnung.

Was die Menschen in der Gegend der Leussower Heide besonders ärgert, ist, dass Treibjagden, Baumfällarbeiten und das Befahren des Geländes mit großen Rückemaschinen und Harvestern ständig durchgeführt werden.

Auch mit Motorrädern und Quads herrscht ein reger Verkehr auf den Waldwegen. „Letzteres ist tatsächlich ein Problem“, bestätigt Ordnungsamtsleiter Ronny Schult aus der Amtsverwaltung Dömitz-Malliß. „Die haben keine Kennzeichen an ihren Maschinen und sind so schnell im Wald verschwunden, dass man nicht hinterher kommt. Diese Leute halten sich illegal in der gesperrten Zone auf, das muss man eindeutig sagen“, so Schult. Ansonsten gebe es in der Verordnung durchaus Ausnahmen vom Betretungsverbot, unterstreicht der Ordnungsamtsleiter.

In der Tat sind im Paragrafen vier diese Ausnahmen aufgezählt. Treibjagden sucht man dort allerdings vergeblich, allerdings sind Mitarbeiter der Forstbehörden ausdrücklich betretungsberechtigt.

Hin oder her, für die Hohen-Wooser ist das alles nicht nachvollziehbar. Sie haben sich auch an Minister Backhaus, der hier übrigens auch seinen Wahlkreis hat, um Unterstützung gewandt, bisher aber keine bekommen.

Burkhard Thees, Amtsvorsteher des Amtes Dömitz-Malliß, ist sauer. Er gehört zu denen, die vor einem halben Jahr das Betretungsverbot unterschrieben haben. „Damals ist uns gesagt worden, dass es Ausnahmen geben kann. Hätte ich gewusst, wie das hier jetzt gehandhabt wird, hätte ich das Dokument niemals unterschrieben“, so Burkhard Thees. Er denkt dabei auch an die ehemaligen Quaster. „Die waren zu DDR-Zeiten schon benachteiligt und sind es jetzt wieder“, so Thees.

Und Christel Drewes, die Bürgermeisterin von Vielank, denkt ähnlich. „Ich bin total enttäuscht über die Situation. Was ist denn schon dabei, wenn die Bürger mit einem Kremser eine Fahrt machen wollen“, versteht sie die ablehnende Haltung des Bundesamtes für Immobilienaufgaben nicht. Man hätte auch die alleinige Verantwortung dafür übernommen. Trotzdem keine Zustimmung. Nicht nur Familie Wolf ist davon überzeugt, dass in der Leussower Heide mit zweierlei Maß gemessen wird.

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