zur Navigation springen

Polizeikontrolle in Hagenow : Kein Sitzplatz garantiert

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gestern Früh: Zehn Busse an der Europaschule kontrolliert / Polizei fand keine Mängel / Kein Recht auf einen Sitzplatz für Schüler

von
erstellt am 25.Sep.2014 | 08:00 Uhr

„Die Schulbusse sind jeden Morgen viel zu voll“, die „Kleinen müssen immer stehen“. Meinungen wie diese von Eltern aus der Europaschule haben sich seit Schuljahresbeginn gehäuft.

Gestern Früh wartete kurz daher vor sieben Uhr ein besonderes Empfangskommitee auf die vor der Europaschule vorfahrenden Busse. Die Polizei war mit Spezialisten da, um sich die Busse mit den Kindern genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Beamten nahmen sich zehn Busse vor, kontrollierten die Zahl der Schüler, wieviele stehen mussten und sahen sich auch die Fahrer und deren Fahrtenschreiber genauer an. Ergebnis der gestrigen Kontrolle: Es gab keine Mängel, offiziell war alles in Ordnung. Bei den Bussen, die kontrolliert wurden, gab es nur in einem Fall Kinder, die stehen mussten. Dann aber gilt als Höchsttempo 60 für die Busse. Das war in diesem Fall eingehalten worden.

Den kontrollierenden Beamten war natürlich bewusst, dass es nur um eine Stichprobe gehen kann. So steuerten Buslinien vor der Europaschule andere Einrichtungen an, so dass die Zahl der stehenden Kinder in den Morgenstunden sicherlich größer ist. Das wird vor allem von den Linien berichtet, die aus Steegen und Toddin kommen. Doch klar ist auch, die Busse sind im öffentlichen Linienverkehr eingesetzt. Und damit gilt die Zahl der Sitz- und Stehplätze, eine Sitzgarantie für Kinder gibt es nicht. Das bestätigte auch Christian Rader, einer der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim. „Wir könnten auch den so genannten Freistellungsverkehr fahren, mit Sitzplatzgarantie und anschnallen. Das ist aber so vom Landkreis nicht ausgeschrieben und würde auch sehr viel mehr Geld kosten.“

Die Polizei wollte mit ihrer gestrigen Aktion auch ein Zeichen setzen. „Auf Hinweise dieser Art gehen wir zügig ein, da geht es um die Sicherheit von Kindern“, erklärte dazu Hagenows Polizeichef Uwe Mathews. Der hatte den Kontaktbeamten Gerhard Lade an die Spezialisten für die Verkehrsüberwachung von der Autobahnpolizei Stolpe an die Seite gestellt. Lade ist erfahren genug, um zu wissen, dass man an einer Unart nichts ändern kann. Stehen im Bus müssten die Kleinen, die Älteren würden immer sitzen. Rader von der VLP dazu: „Wir haben nur einen Fahrer an Bord, keine Servicekraft“.

Und so sind es ausgerechnet die Kleinsten mit den für sie großen Schulranzen, die im Bus stehen müssen und im Fall einer Vollbremsung sich wohl nicht halten können, selbst bei einer Bremsung aus 30 km/h nicht.

Dazu kommt, dass es naturgemäß sehr schwer ist, die richtige Zahl der fahrenden Schüler zu ermitteln. Das Unternehmen VLP hat bereits nach der ersten Schulwoche eine Zählung unternommen, um wenigstens einige Anhaltspunkte zu haben.

Gerade zu Beginn des Schuljahres würden viele Abc-Schützen noch von ihren Eltern gebracht, fahren viele Kinder mit dem Rad zur Schule. Im Herbst, bei früher Dunkelheit und kalter Witterung steigt auch die Zahl der Busschüler. Und so will das kreiseigene Unternehmen in den kommenden Wochen eine zweite Zählung starten. um bessere Zahlen zu bekommen.

Für die Polizei war gestern auch wichtig, ein Zeichen zu setzen, auch unter den Busfahrern. Mathews: „Wir können das nicht jeden Tag machen, sind aber für Hinweise der Eltern zu diesem Thema stets offen.“ Das nimmt auch die VLP für sich in Anspruch. Hinweise und Kritiken zu den einzelnen Linien, so Rader, würden ernst genommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen