Bürgermeister für Kooperatives Bürgerbüro in Lulus Stadtkern : Kein Konzept für alte Post im Kasten

<strong>Die alte Post</strong> ist gegenwärtig Sanierungsbaustelle.<foto>uwe köhnke</foto>
Die alte Post ist gegenwärtig Sanierungsbaustelle.uwe köhnke

Um das Innenleben der alten Post in der Ludwigsluster Schlossstraße gibt es hitzige Diskussionen. Wie soll sie genutzt werden? Auch wenn ein Bauzaun vor dem Gemäuer steht, ist längst nicht klar, wohin die Reise geht.

svz.de von
08. März 2013, 06:41 Uhr

ludwigslust | Um das Innenleben der alten Post in der Ludwigsluster Schlossstraße gibt es hitzige Diskussionen. Wie soll sie genutzt werden? Auch wenn ein Bauzaun vor dem Gemäuer steht, ist längst noch nicht völlig klar, wohin die Reise geht.

Bürgermeister Reinhard Mach sieht die Chance für ein so genanntes Kooperatives Bürgerbüro, will heißen, mit Partnern. In Frage kommen der Landkreis und das Amt Ludwigslust-Land. Landrat Rolf Christiansen bleibt in seiner Aussage bewusst mehrdeutig: "Der Landkreis hat weiterhin Interesse daran, ein Kooperatives Bürgerbüro mit der Stadt Ludwigslust und dem Amt Ludwigslust-Land zu errichten. Zurzeit geht es darum, einen geeigneten Standort zu finden", sagt der Chef der Kreisverwaltung auf SVZ-Anfrage. Ist die alte Post denn nicht geeignet? Eine logische Frage, die sich daraus ergibt, und die Aussagen aus dem Finanzausschuss des Kreistages vielleicht erhellen: Die Fläche sei zu klein, so die Befürchtung.

Der andere potenzielle Partner, das Amt Ludwigslust-Land, ist ebenfalls noch zurückhaltend. Amtsvorsteher Dr. Olaf Hinrichs will erst belastbare Zahlen haben, welche Kosten auf das Amt zukommen würden. "Vorher brauche ich mit unseren Bürgermeistern gar nicht über ein Kooperatives Bürgerbüro sprechen", sagt der Amtsvorsteher. Auf diese Zahlen warte er seit einem Dreivierteljahr.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass das Thema auch eine exponierte Rolle in der Ludwigsluster Stadtvertretung spielt. Die Wohnungsgesellschaft Vewoba, die Eigentümerin der alten Post, ist an Verträge gebunden und saniert weiter. Schließlich steht der Termin für den Einzug der Arbeitsagentur fest.

Es geht um den bisher nicht gebundenen Raum. Stephan Thees (Fraktion FDP/Hinrichs) hatte auf der letzten Sitzung der Stadtvertretung einen Dringlichkeitsantrag durchgebracht und damit eine Diskussion über das Thema erzwungen. "Grundsätzlich befürworten wir die Bestrebungen, das Bürgerbüro im Zentrum von Ludwigslust einzurichten und dem Bürger einen zentralen Anlaufpunkt zu bieten und darüber hinaus die Innenstadt zusätzlich zu beleben", stellt er klar. "Mit unserem Dringlichkeitsantrag haben wir die Bestrebung, endlich ein klares Konzept für die Nutzung der Räumlichkeiten in der Post zu erwirken und gleichzeitig die Planungen zum Bürgerbüro zu konkretisieren."

Auch die Fraktionschefin der Linken, Melitta Roock, hat den Bürgermeister nach einem Termin für ein belastbares Nutzungskonzept gefragt. Reinhard Mach aber hält sich zurück und verweist auf laufende Verhandlungen.

"Wir können es uns nicht leisten die Räumlichkeiten in der Post herzurichten und langfristig zu finanzieren, ohne ein verbindliches Nutzungskonzept zu haben", sagt hingegen Stephan Thees. Auf Spekulationen Gelder bereit zu stellen und gleichzeitig zum Jahresende dann womöglich Kürzungen in sozialen Bereichen als Gegenfinanzierung vorzunehmen, sei nicht die Funktion eines Stadtvertreters, unterstreicht er.

Das Thema bleibt am Kochen. Freitag war zu erfahren, dass sich am 19. März der Bau- und der Wirtschaftsausschuss damit beschäftigen werden.

Offensichtlich herrscht bei Stadtvertretern Frust, den Stephan Thees öffentlich macht: "Es ist wichtig, wieder zu einer transparenten Zusammenarbeit zwischen dem Bürgermeister und der Stadtvertretung zu gelangen. Gegenseitiges Vertrauen muss wieder aufgebaut werden, um eine sachorientierte Arbeit im Sinne des Bürgers zu leisten, und dazu gehört auch, die Vorschläge und Anregungen der Stadtvertreter nicht nur anzuhören, sondern in einen konstruktiven Dialog zu gehen und respektvoll miteinander umzugehen. Dann kann es auch nicht passieren, dass man Stadtvertretern in Sondersitzungen unter künstlich erzeugten Drucksituationen Entscheidungen abzuringen versucht.", so Thees.

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