Ludwigslust : Kein Dauerparken auf Reiterweg

Zum kurzzeitigen Be- und Entladen soll der Reiterweg auch künftig nutzbar bleiben.

Zum kurzzeitigen Be- und Entladen soll der Reiterweg auch künftig nutzbar bleiben.

Stadt will Parkverbotszone für die Schlossstraße beantragen. Parken am Fahrbahnrand soll aber erlaubt bleiben.

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23. April 2018, 05:00 Uhr

Die Schlossstraße soll Parkverbotszone werden. Klingt unglaublich, ist aber weniger folgenschwer. Für Autos, die direkt am Straßenrand stehen, soll sich nichts ändern. Das Vorhaben richtet sich gegen Dauerparker auf dem Reiterweg, dem Sandstreifen zwischen Fahrbahn und Bürgersteig.

„Wir wollen die Situation, die wir jetzt haben, anders beschildern und zudem verhindern, dass auf dem Reiterweg dauerhaft geparkt wird“, erklärte Bürgermeister Reinhard Mach die Idee im städtischen Verkehrsausschuss. „Der Reiterweg wird aber befahrbar bleiben und zum Be- und Entladen zur Verfügung stehen.“

Das ist für die Geschäftsleute bedeutsam. „Für unsere Kunden ist es wichtig, dass sie zum Ein- und Ausladen dort kurz stehen können“, sagte Karl-Heinz Benecke von der Firma EHT Elektro, Hausgeräte, Technik auf SVZ-Anfrage. Er würde sich da aber etwas mehr Kulanz wünschen und dass nicht nach wenigen Minuten ein Zettel an der Windschutzscheibe hängt. „Damit kann man die Geschäftsleute auch verärgern.“

Ein anderer Geschäftsinhaber kann der Idee etwas abgewinnen, auch weil das Parkverbotsschild an einer der Zufahrten zum Reiterweg regelmäßig umgefahren werde. „Die Stadt bezahlt ein Vermögen dafür“, sagte er. Er erinnert sich daran, dass eine Zeit lang ein Transporter mit Anhänger übers verlängerte Wochenende auf dem Reiterweg stand – und damit auch noch die Sicht auf die Geschäfte verdeckte.

Ausschussmitglied Jürgen Dörre wunderte sich über den Vorstoß: „Für mich war der Reiterweg noch nie zum Parken da“, sagte er in der Sitzung. „Dann muss man eben Knöllchen schreiben.“ Genau das hatten die städtischen Mitarbeiter getan.  „Aber wir haben ein Klageverfahren verloren“, erklärte der Bürgermeister. „Das Gericht hat uns klargemacht, dass Parken erlaubt ist, wenn kein Verbotsschild steht.“ Die Schilder würden zum Teil an ungünstigen Stellen stehen, so Mach. „Deshalb haben wir überlegt, wie wir einen rechtssicheren Zustand herstellen können.“ Gemeinsam mit Polizei und Verkehrsbehörde sei die Idee der Parkverbotszone entstanden. Uwe Langmaack bezeichnete sie als gut. „Der Reiterweg wird kaputtgefahren“, sagte der Ausschussvorsitzende. „Außerdem müssen alle die, die ordnungsgemäß an der Straße parken, Geld einwerfen und Parkscheine ziehen, die auf dem Reiterweg fühlen sich dazu nicht verpflichtet.“

Um den Beginn der Parkverbotszone zu kennzeichnen, müssten an der Schlossbrücke, am Kreisel sowie an den Einmündungen Garten- und Kanalstraße entsprechende Verkehrszeichen aufgestellt werden. Und innerhalb der Zone würden dann „Parken“-Schilder das Parken am Fahrbahnrand erlauben. Insgesamt würde man damit auch noch vier Schilder sparen.

Die Stadt will die Parkverbotszone beim Landkreis beantragen. „Wenn sie genehmigt wird,  würden wir drei Wochen lang Informationszettel hinter die Scheibenwischer der Autos stecken, um das Umgewöhnen zu erleichtern“, sagte Reinhard Mach. „Wir wollen die Leute ja nicht verprellen, sondern ein anderes Ordnungssystem in der Straße schaffen.“

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