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Mehr Platz für Fische in Lewitz-Teichen : Karpfen im Umzugstrubel

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Der hartnäckige Frost ließ die Karpfen in den Lewitz-Teichen in diesem Jahr länger als üblich in der Winterruhe verharren. Doch damit ist es nun vorbei. Höchste Zeit für den Umzug vom Winter- in den Sommerteich.

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erstellt am 23.Apr.2013 | 10:40 Uhr

Neuhof | Der hartnäckige Frost ließ die Karpfen in den Lewitz-Teichen in diesem Jahr länger als üblich in Winterruhe verharren. Doch damit ist es nun vorbei. Die steigenden Temperaturen haben den Stoffwechsel der Fische wieder auf Touren gebracht. Höchste Zeit für den Umzug vom Winter- in den Sommerteich, um mehr Platz zu bekommen.

Für Hermann Stahl und seine Mannschaft ist das Umsetzen der Karpfen in jedem Frühjahr ein kleiner Wettlauf gegen die erwachende Natur. "Schon wenn wir mehr als vier Grad Celsius haben, werden die Fische unruhig", erklärt der Inhaber von Lewitz Fisch in Neuhof bei Neustadt-Glewe. Aber nicht nur sie. "Auch die Parasiten werden wieder aktiv." Deshalb ist Eile geboten. Doch rund 130 Tonnen Fisch aus dem Wasser zu holen und an anderer Stelle wieder einzusetzen, braucht seine Zeit. Seit rund zwei Wochen sind Stahls Männer damit beschäftigt, Ende dieser Woche wollen sie fertig sein.

Zum Abfischen wird das Wasser aus dem Winterteich gelassen, so dass sich Karpfen, Hecht & Co. an einer Stelle sammeln. Mit einem übergroßen Kescher, der an einem Baggerarm hängt, werden sie an Land gehievt. Als sich das Netz über der Sortierrinne öffnet, rutschen die Fische zappelnd von einem Ende zum anderen. Auf ihrem Weg müssen sie an mehreren Fischerei-Mitarbeitern vorbei, die jedes Tier kritisch beäugen. Ist ein Karpfen zu klein oder zu groß für die Gruppe, landet er in den bereitstehenden Wasserbottichen. Er wird in einen anderen Sommerteich umziehen als seine Artgenossen. Die anderen zappeln sich weiter voran, werden stichprobenartig gezählt und gewogen und schließlich in Wasserbehälter auf einem bereitstehenden Lkw gekippt. Der Laster fährt sie zum Sommerteich, in dem sie weiter wachsen sollen. "Wie groß sie werden, hängt von der Besatzdichte und der jetzigen Größe ab", erklärt Hermann Stahl. "Einige werden bis zum Herbst die gewünschte Speisefischgröße erreicht haben." Allerdings seien sie derzeit etwas in Verzug, weil sie normalerweise im April schon kräftig zulegen würden, so der Betriebsinhaber. Dennoch ist er zuversichtlich. "Der Fisch gleicht den Rückstand durch ein Kompensationswachstum ein Stück weit aus", so Stahl. Und was den Verkauf von Besatzfischen, unter anderem an Klein- oder Hobbyteichwirte, angeht, habe sich die Saison für den Betrieb lediglich verschoben.

Insgesamt 750 Hektar Teiche zwischen Brenzer Kanal und Alter Elde gehören zu Stahls Betrieb. "Die größte Teichanlage Norddeutschlands", sagt der Unternehmer nicht ohne Stolz. Allerdings muss er sich auch mit einigen Problemen herumschlagen. Eines davon ist der Kormoran, der sich in den Teichen häufig und ausgiebig selbst bedient und sich auch mit Hilfe von Jägern nur schwer zurückhalten lässt. "Ohne die Kormoranvergrämung hätten wir hier aber 1000 oder mehr davon", so Hermann Stahl. Außerdem ärgert er sich über die unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Teichwirtschaft innerhalb Deutschlands. In einigen Bundesländern erhielten Teichwirte eine Förderung, in Mecklenburg-Vorpommern nichts.

Rund vier Jahre dauert es, bis aus der Karpfenbrut richtige Karpfen mit dem meist bevorzugten Gewicht von rund zwei Kilogramm geworden sind. Dabei ernähren sie sich im Wesentlichen von dem, was die Natur im Teich bietet. "Getreide wird lediglich zugefüttert, um den Energiestoffwechsel zu stabilisieren", erklärt Stahl.

Ein Teil der jetzt umgesetzten Fische wird im Herbst das Gewicht erreicht haben, um als Speisefisch verkauft werden zu können. Der Betriebsinhaber hält sich dabei an die Maxime, dass alle Monate mit einem "r" im Namen Karpfenmonate seien. Von September bis April ist der Speisefisch deshalb im eigenen Hofladen zu haben. Im Sommer würden stattdessen Forellen im Angebot sein, so Stahl.

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