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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 00:16 Uhr

Grabow : Karibik unter Kiefernwipfeln

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Waldbad Grabow eröffnet Saison mit Bürgermeister-Kopfsprung /

von
erstellt am 01.Mai.2014 | 18:38 Uhr

„Mäuschen, noch nicht springen. Erst darf der Bürgermeister“, hält die Mutter ihre Tochter zurück. Die Kleine wartet ungeduldig am Beckenrand. Zu verlockend glitzert das türkisblaue Wasser im Sonnenlicht. 25 Grad Wasserwärme hatte Bürgermeister Stefan Sternberg den Grabowern für den Anbadetag im Waldbad versprochen. 20 Grad sind es am Ende geworden. Das Blockheizkraftwerk habe seinen Betrieb mit einer Woche Verspätung aufgenommen. „Deshalb wird es wohl noch drei Tage dauern, bis wir im Becken die wohlige Karibikwärme haben“, sagt Sternberg. Dann, endlich, springt er kopfüber unter Applaus ins Wasser. Neben ihm auf den Startblöcken seine Tochter Henny , Altbürgermeister Ulrich Schult, Bademeister Detlef Hohl und Stadtwerke-Chef Wulf-Peter Bosecke. Sternberg hatte sich vor dem Sprung extra das blaue Stadtwerke-T-Shirt übergestreift. „Ohne die Unterstützung der Stadtwerke wäre unser Plan nie so schnell umgesetzt worden“, sagt er.

Die Idee für das Blockheizkraftwerk am Waldbad ist gerade mal anderthalb Jahre alt. „Wir mussten uns was einfallen lassen, die Kosten zu senken“, so Sternberg. Hatte die Stadt im Jahr 2005 den Schwimmbadbetrieb noch mit 100 000 Euro bezuschusst, waren es 2013 schon 265 000 Euro. „Der Energiebedarf für Pumpen, Wasseraufbereitung, Maschinen und Beleuchtung frisst uns auf“, so der Bürgermeister. 100 000 Kilowatt werden für das Bad jährlich benötigt, davon könnte allein das neue Heizwerk 75 000 kW leisten. Das Besondere an der mit Biogas betriebenen Anlage: Sie produziert nicht nur Strom für die Maschinen und Pumpen, sondern wärmt auch das Wasser im 50-Meter- Schwimmbecken. „Wir sind begeistert“, sagt Ralf Marohn. Er wohnt in der Nachbarschaft und hat sich gestern gleich die Jahres-Badekarte gekauft. „Das hier ist einzigartig. Wo in Mecklenburg gibt es noch so ein schönes Bad“, sagt er. „Wär schön, wenn das Heizwerk unsere Badesaison verlängern könnte.“

Auch Hannelore Peukert (72) und ihre Schwimmfreundinnen Edith (79) und Anneliese (69) werden dieses Jahr jeden Morgen schwimmen gehen. „Uns ist das Wetter egal, wenn das Wasser schön warm ist“, sagt Hannelore Peukert. „Wenn’s regnet? Na und. Dann setzen wir uns eben Duschhauben auf.“ Sie bedauert, dass am Vormittag nur wenige das Schwimmbad nutzen. „Es könnten noch viel mehr sein.“

Rekordverdächtig dagegen waren gestern die Besucherzahlen. 800 Gäste zählt der Kassierer in den ersten drei Stunden. „So viele wie an keinem anderen Anbadetag in den vierzig Jahren Waldbadgeschichte“, sagt Sternberg. Der 30-Jährige, der selbst hier das Schwimmen gelernt hat, will sich weiter für den Grabower Schwimm- und Wasserballsport stark machen. „Wir wollen die Eintrittspreise stabil halten“, sagt er. Auch die Seepferdchenprüfung koste weiterhin nur einen Euro.

Was die Zukunft des Waldbades betrifft, steht für den Grabower fest: „Es gibt keine Denkverbote. Wir können über alles reden.“ Angedacht ist die Sanierung der Tribüne. Auch eine Saunalandschaft sei mit dem neuen Kraftwerk jetzt keine Spinnerei mehr.

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