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Ludwigsluster Tageblatt

18. Dezember 2017 | 15:58 Uhr

Ludwigslust : Kardiologie rund um die Uhr bereit

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Helios-Ärzte übernehmen zum 1. März Herzkatheterdiagnostik in Ludwigslust / Geschäftsführer Volker Schulz: Kein Arbeitsplatz gefährdet

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Aus Konkurrenten werden Brüder. So könnte man die gerade vereinbarte Kooperation zwischen dem Westmecklenburg-Klinikum „Helene von Bülow“ und den Helios-Kliniken Schwerin auf den Punkt bringen. Das geflügelte Wort vom „großen Bruder“ (Helios) war bei der Pressekonferenz gestern Nachmittag, auf der Details der Zusammenarbeit vorgestellt wurden, jedenfalls mehrfach zu vernehmen. Die Macher der Kooperation zeigten sich überaus zufrieden mit dem Ausgehandelten.

Zum 1. März übernehmen die Helios-Kliniken als externer Dienstleister die ärztliche Verantwortung für die kardiologische Herzkatheterdiagnostik im Westmecklenburg-Klinikum (SVZ berichtete). Acht bei Helios angestellte Kardiologen werden im Rotationsprinzip den Linksherzkathetermessplatz in Ludwigslust betreiben. „So wird rund um die Uhr eine stabile kardiologische Versorgung sichergestellt“, betonte Prof. Alexander Staudt, Chefarzt der Schweriner Kardiologie. Und das an 365 Tagen im Jahr. Zudem soll das Angebotsspektrum erweitert werden, etwa um die elektrophysiologische Untersuchung von Herzrhythmusstörungen, so Staudt. Die technischen Voraussetzungen dafür sind in Ludwigslust bereits gegeben, doch zuletzt fehlte ein entsprechend qualifizierter Mediziner.

Die Kooperation werde das Westmecklenburg-Klinikum auch als Arbeitgeber attraktiver machen. Aufgrund des kleineren Leistungsspektrums hätten es kleinere Krankenhäuser schwerer, gute Kollegen zu bekommen und zu halten, so Staudt. Die Rotation ermögliche es den Kardiologen, zusätzlich zur Basis-Kardiologie in Schwerin spezielle und innovative Untersuchungen durchzuführen, die in Ludwigslust nicht möglich wären.

Die Zusammenarbeit mit dem Maximalversorger Helios sei ein Weg, den es in Deutschland noch nicht so häufig gebe, betonte Dr. Volker Schulz, Geschäftsführer des Westmecklenburg-Klinikums. Doch ohne Kooperationen wird es künftig nicht mehr gehen. „Die Krankenhausfinanzierung wird in Zukunft zunehmend an Qualitäts- und Strukturkriterien gebunden sein, die kleinere Häuser im alleinigen Betrieb nicht erfüllen können“, so Schulz. Landrat Rolf Christiansen, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, ergänzte, dass es darum gehe, beide Standorte – Ludwigslust und Hagenow – so aufzustellen, dass die stationäre Versorgung auch in Zukunft gesichert ist. „Kleine Häuser, die nichts machen, werden Probleme bekommen.“

Dem Kooperationsvertrag mit Helios, den der Aufsichtsrat nach Angaben seines Vorsitzenden Diethard Graf von Bassewitz mit allen Stimmen bestätigt hatte, werden weitere Strukturveränderungen folgen. „Diese werden dazu führen, dass nicht ein einziger Arbeitsplatz gefährdet ist“, betonte Volker Schulz auf Anfrage. „Im Gegenteil. Wir gehen davon aus, dass wir künftig eher mehr Fälle versorgen werden als weniger.“

Bislang werden in Ludwigslust knapp 1000 kardiologische Patienten pro Jahr behandelt. Die Gesamtverantwortung für deren stationäre Behandlung bleibt auch künftig beim Klinikum. Bedenken, Schwerin könnte Herzkranke aus der Ludwigsluster Region abziehen, versuchte Prof. Staudt zu zerstreuen. „Ich muss für jeden Patienten von hier, den ich in Schwerin und nicht in Ludwigslust behandle, Rechenschaft ablegen.“

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