Conow : Kanzel und Altar gewienert

Rolf Stürzenbecher saugt den groben Schmutz an und auf der Treppe zur Kanzel weg, Ingrid Dittrich wischt feucht nach.  Fotos: Kathrin Neumann (3)
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Rolf Stürzenbecher saugt den groben Schmutz an und auf der Treppe zur Kanzel weg, Ingrid Dittrich wischt feucht nach. Fotos: Kathrin Neumann (3)

Große Putzaktion nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an Conower Kirche / Alles bereit für den Gottesdienst an Heiligabend

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14. Dezember 2014, 19:04 Uhr

Sie wurde in der Conower Kirche getauft, konfirmiert und getraut. Sie ist seit 46 Jahren Kirchenälteste und immer zur Stelle, wenn etwas zu tun oder zu organisieren ist. Und so war Christa Gerlach natürlich auch dabei, als am Sonnabend der große Kirchenputz vor dem Fest anstand.

Mit Staubsaugern, Lappen und Eimern ausgerüstet hatten sich rund 15 Frauen und Männer sowie zwei Konfirmanden in die Arbeit gestürzt. Nicht nur die Sitzbänke und der Boden mussten gereinigt werden. „Obwohl Altar und Kanzel eingehaust waren, sind sie während der Bauarbeiten ganz schön eingestaubt“, erklärte Dörte Hasenpusch, Pastorin zur Anstellung in Conow. Die Putzaktion vom Wochenende setzte den Schlusspunkt unter den zweiten Abschnitt der Sanierung des 1888 geweihten Gotteshauses.

Seit Juni hatten die Bauleute daran gearbeitet, den Dachstuhl und das Mauerwerk im Bereich des südöstlichen Kirchenschiffes vom Schwamm zu befreien und das Dach neu einzudecken. „Das war deutlich schwieriger als beim vorherigen Bauabschnitt“, sagte Dörte Hasenpusch. Letztlich haben die Arbeiten auch länger gedauert als geplant. „Eigentlich wollten wir schon Ende Oktober fertig sein.“

Rund 140 000 Euro sind in die Sanierungsarbeiten geflossen – vor allem Kirchenmittel und Geld aus Förderprogrammen und von Stiftungen. Da eine Stiftung die Conower in diesem Jahr nicht berücksichtigen konnte, fehlen allerdings noch 15 500 Euro. Doch nach Angaben der Pastorin befindet sich noch Geld in der Baukasse und außerdem will der emsige Förderverein erneut Mittel bereitstellen. Ohne ihn hätte sich an der Conower Kirche womöglich nicht viel getan. Er sammelt nicht nur selbst Spenden ein, sondern ist auch Voraussetzung dafür, dass die Kirchengemeinde für das Projekt Geld aus weiteren Quellen bekommen kann.

Geht es nach der Kirchengemeinde, könnte im nächsten Jahr gleich wieder gebaut werden. Weitere Bereiche des Kirchenschiffes müssen vom Schwamm befreit und neu eingedeckt werden. „Die Anträge sind gestellt, wir warten auf die Bescheide“, so Dörte Hasenpusch.

Christa Gerlach ist einfach nur froh, dass wieder ein Abschnitt der dringend erforderlichen Sanierung geschafft ist. „Ich habe in der Vergangenheit schon so viele Unterschriften für das Projekt geleistet, und dann kam immer wieder etwas dazwischen“, sagte die Karenzerin, die mit der Conower Kirche großgeworden ist. Schon als Kind war sie oft dort, denn ihr Vater war vor ihr Kirchenältester. „Das ist mein Zuhause“, sagte die 75-Jährige und verriet, dass ihr Mann ihr den Rücken freihält, damit sie sich für die Kirche engagieren kann. So wie am Sonnabend.

Nun freuen sich alle auf Heiligabend – dann kann der Gottesdienst endlich wieder direkt in der Kirche gefeiert werden. 

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