Grabow : Kampf ums Bürgermeister-Amt bewegte Grabow

Zum Grabower Stadtfest im Juni wurde das neue Bürgercenter feierlich eröffnet.
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Zum Grabower Stadtfest im Juni wurde das neue Bürgercenter feierlich eröffnet.

Fünf Kandidaten stellten sich zur Wahl/ Stichwahl entschied Stefan Sternberg/Freie Wählergemeinschaft „Besser für Grabow“ gründete sich/ Sanierung Schützenhaus als Mammutprojekt bis 2015

svz.de von
30. Dezember 2013, 07:00 Uhr

Die Bürgermeisterwahl in Grabow gab den Auftakt zu einer Reihe wichtiger Entscheidungen und Ereignisse, die das Jahr 2013 in der bunten Stadt an der Elde prägten. Nötig geworden war die Neuwahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin, weil die Stadtvertretung auf ihrer Sitzung am 10. Oktober 2012 im Reutersaal des Generationentreffs in Grabow dem Antrag des Bürgermeisters Ulrich Schult zugestimmt hat, ihn mit Wirkung vom 1. Januar 2013 in den Ruhestand zu versetzen. Die Zeit bis zum Wahltermin am 24. Februar war gekennzeichnet von einem intensiven Wahlkampf, in dem fünf Kandidaten um die Wählergunst warben. Am Ende setzte sich in einer Stichwahl am 10. März Stefan Sternberg knapp gegen Matthias Wiedow durch. Die Einwendungen gegen die Bürgermeisterwahl wurden vom Wahlprüfungsausschuss abgewiesen. Am 25. April fand dann im Reuter-Haus die Amtseinführung des neuen Grabower Bürgermeisters statt.


Arbeiten in Berliner Straße begannen im Mai


Erste wichtige Entscheidung war für die Stadtvertretung, den Haushalt für 2013 auf den Weg zu bringen, um handlungsfähig zu sein.

Anfang Mai wurde der Auftakt zur umfangreichen Sanierung der Berliner Straße vollzogen. An diesem Projekt sind drei Partner beteiligt: Stadtwerke Ludwigslust-Grabow, Abwasserzweckverband Fahlenkamp und die Stadt Grabow. Die Trasse in der Berliner Straße wird komplett saniert: Dazu gehören die Erneuerung der Gas- und Trinkwasserleitungen, ebenso werden die Leitungen für die Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung verlegt. Parallel dazu werden nicht nur die Straßenbeleuchtung, sondern auch alle Nebenanlagen komplett erneuert.

Im Juni erhielten Grabower Haushalte eine Wurfsendung, die äußerlich den Anschein erwecken sollte, dass es sich um einen Brief des Bürgermeisters der Stadt Grabow an alle Bürgerinnen und Bürger handelt. Stefan Sternberg als Bürgermeister erklärt hierzu, dass er nicht der Absender dieser Wurfsendung ist. Er distanziert sich ausdrücklich von dessen Inhalten und erklärt ferner, dass wegen der strafrechtlichen Relevanz Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Schwerin gestellt wurde.

Vom 21. bis 23. Juni war das Grabower Stadtfest der Veranstaltungshöhepunkt im Juni - Musik, Tanz und Unterhaltung, Country-Musik, der Auftritt von DSDS-Star Helmut Orosz, „Future City“, das Highlight für Techno- und House-Fans, das Spektakel beim 13. Drachenbootrennen am Hafen, bei dem zwölf Teams um den Pokal des Bürgermeisters kämpften, das Konzert des Kammerorchesters des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, aber auch Informatives und Innovatives - all das wurde geboten. Drei Trucks sind seitdem künftig im Auftrag der Stadt Grabow als rollende Werbeträger in ganz Europa unterwegs. Die Idee dazu hatte Unternehmer und FDP-Stadtvertreter Dirk Dobbertin, der die Umsetzung dieses Vorhabens auch finanziell getragen hat.

Auch das neue Bürgercenter wurde zum Stadtfest eingerichtet. Das vereint nun auf einer Ebene Meldestelle, Bürgerbüro und Stadtkasse. Dazu war in rund vier Wochen vor dem Stadtfest die Alte Stadtkasse umgebaut worden. Sechs Mitarbeiterinnen sind hier zu den aktuell gültigen Öffnungszeiten tätig und stehen den Bürgern bei der Erledigung ihrer Anliegen zu Diensten. Des weiteren wurden die Homepage der Stadt überarbeitet und präsentiert sich nun unter www.grabow.de in einer neuen und moderneren Fassung.

Visionen gibt es für das Waldbad in Grabow: Konkret geht es darum, die Planungen für ein Blockheizkraftwerk (BHKW) auf dem Gelände des Waldbades anzuschieben und ein Betreibermodell zum Saisonbeginn 2014 zu realisieren. Und genau auf dem Gelände des Waldbades wird auch der Standort zur Wasseraufbereitung sein, die mit einem Motor betrieben wird – und das rund um die Uhr. Um so auch das Waldbad in Zukunft ganzjährig betreiben zu können. Dieses Vorhaben haben die Stadtvertreter mit ihrem Beschluss auf der Sitzung im Juni auf den Weg gebracht.


Hamburger Reederei kommt nach Grabow


Eines der Hauptanliegen des Grabower Bürgermeisters ist eine gezielte Wirtschaftspolitik für die Stadt, um Investoren und vor allem neue Wirtschaftsansiedlungen für die Stadt zu gewinnen. Im Juli konnte ein erster großer Erfolg des Konzeptes vermeldet werden. Die Hamburger Reederei F. Laeisz siedelt eine Tochtergesellschaft ihres Unternehmens in Grabow an, so Bürgermeister Sternberg. Die F. Laeisz Gruppe wurde 1824 gegründet. Das Familien geführte Mittelstandsunternehmen hat seine Hauptinteressen in der Schifffahrt, ist aber auch in anderen Bereichen wie Handel, Versicherung, Finanzierung, Immobilien/Land und einem Reisebüro tätig. Heute hat die Reederei Containerschiffe.

Der Amtskümmerer als neues Instrument für die Bürger, mit dem Ziel sich mit Missständen in der Stadt und im Amt auseinander zu setzen, wurde in den ersten drei Woche nach seinem Start im August gut angenommen. Jeder Bürger des Amtes hat die Möglichkeit, auf der neuen Internetseite des Amtes (www.grabow.de) seine Beobachtungen beim Amtskümmerer schriftlich einzureichen. „Was wir uns vorgestellt haben, passiert auch, die Leute melden sich bei uns und teilen uns Missstände oder andere Auffälligkeiten mit, die z.B. das Stadtbild beeinträchtigen“, berichtet Bürgermeister Stefan Sternberg im Gespräch mit der SVZ.

Im September haben die Stadtvertreter mit ihrem Votum grünes Licht für ein bedeutendes Projekt gegeben, das den Grabowern sehr am Herzen liegt. Es geht um die Sanierung des Schützenhauses. Die Stadt kann bei der Umsetzung dieses Vorhabens mit einer fast 90-prozentigen Förderung rechnen. Aktuell liegt die Bausumme bei 2,4 Millionen Euro, davon würde 2,1 Millionen das Land fördern. Der Stadt bliebe ein Eigenanteil von je 140 000 Euro in zwei Jahresscheiben. Die Zeit läuft: Im Mai 2015 soll das sanierte Schützenhaus seinen Betrieb wieder aufnehmen.

Die politische Entwicklung und die kommenden Kommunalwahlen im Blick: Die Freie Wählergemeinschaft „Besser für Grabow“ mit dem unterlegenen Bürgermeister-Kandidaten Matthias Wiedow eröffnete im Oktober in der Marktstraße 21 ein Bürgerbüro.


Ausgeglichener Haushalt für 2014


In der Grabower Stadtvertretung hat im Oktober das elektronische Zeitalter Einzug gehalten. Jeder Abgeordnete nutzt ab sofort sein persönliches iPad, das er für die Zeit der Wahlperiode von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommt. Das hat gleich mehrere Einspareffekte: Zum Einen sind Unmengen Papier nicht mehr nötig. Denn manche Dokumente, die den Stadtvertretern vor der Beschlussfassung zum Durcharbeiten zur Verfügung gestellt werden, sind richtig dicke Wälzer. Zum Anderen werden zwei Arbeitskräfte für andere Aufgaben frei, die ansonsten gut damit beschäftigt wären, die ganzen Dokumente an die Abgeordneten zu versenden. Der Bürgermeister ist überzeugt, dass der Einspareffekt trotz Gegenrechnung der Anschaffungskosten schnell greifbar sein wird.

Hervorzuheben ist auch, dass es von Fresenbrügge nach Grabow wieder eine Busverbindung gibt, der Bus hält jetzt wieder mitten im Dorf, früher war Haltepunkt an der Kreisstraße. Der Sportplatz in Grabow hat wieder eine Beschallung, große Resonanz fand auch die Benefizveranstaltung im Schützenhaus, deren Erlös in die Sanierung fließen soll. Der Nikolausabend im Dezember im Rathaus sowie der Auftritt der neuformierten Grabower Blasmusik nach der Christmette an Heiligabend fand bei den Grabowern ebenso großen Anklang.

Wichtig für die weitere Entwicklung Grabows und damit verbundener bedeutender Vorhaben ist die Tatsache, dass der Haushalt für 2014 ausgeglichen gestaltet werden konnte.

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