Milow : Kampf um Radweg nach Lenzen

Tom Winter ist der Initiator der Petition für den Radweg Grabow–Lenzen.
Tom Winter ist der Initiator der Petition für den Radweg Grabow–Lenzen.

Vor dem ersten Spatenstich für neue A 14-Brücke bei Milow: Bisher 1159 Bürger unterschreiben Petition für Radler-Spur

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21. März 2015, 07:00 Uhr

Noch in diesem Jahr soll die Autobahn A 14 von Wismar bis zur Anschlussstelle Grabow befahrbar sein. Der Blick richtet sich aber bereits auf den Weiterbau durch den südwestlichen Teil von Mecklenburg, durch die Prignitz weiter in Richtung Magdeburg, um dort den Anschluss des schon fertigen Stücks nach Sachsen hinein zu suchen.

Bewohner des südlichen Teils im Amt Grabow sind alarmiert. Zwischen der „Bunten Stadt an der Elde“ und Milow, dort, wo eine riesige Schneise im Wald entstanden ist, soll im August der Spatenstich für eine neue Autobahnbrücke erfolgen. Dieses Bauwerk wird allerdings keinen Radweg enthalten und damit ein Vorhaben erschweren, was sich viele Bürger wünschen: Eine Verbindung für Radler zwischen Grabow und Lenzen. „Die Touristenhochburg Lenzen wird von der bunten Stadt Grabow abgeschnitten“, sagt Tom Winter. „Wenn die Brücke erst fertig ist, passiert nichts mehr mit dem Radweg“, ist er überzeugt.


Lücke zwischen Grabow und Elberadweg


Der 39-Jährige hat eine Petition verfasst. „Zwischen dem Elberadweg und der Stadt Grabow gibt es entlang der Landstraße L 08, welche Grabow mit Lenzen verbindet, keinen Radweg. Für Radfahrer ist es sehr gefährlich, die L 08 zu befahren, obwohl der Wunsch besteht und die Landschaft sehr reizvoll ist… Bereits seit zehn Jahren soll der Radweg gebaut werden, bislang ist leider nichts geschehen“, heißt es darin.

Ein dicker Stapel ausgefüllter Unterschriftenzettel liegt vor Tom Winter. Bis Mittwochmittag hatte die Petition an das zuständige Straßenbauamt Schwerin 1159 Unterstützer. „Die Nachfrage nach weiteren Vordrucken von Listen ist nach wie vor groß“, so der Milower, der zur Erklärung noch ergänzt: „Wenn die L 08 erst Zubringer zur A 14 ist, wird sich der Verkehr noch verstärken und somit die Gefahr noch größer. Darum muss die Brücke einen sicheren Radweg enthalten, der dann weiter nach Grabow und Lenzen geführt wird.“

Unterstützung kommt von der regionalen Politik und Behörden. „Wir haben im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens das Straßenbauamt Schwerin mehrfach nachdrücklich auf die Notwendigkeit des Radweges hingewiesen“, sagt Stefan Sternberg, der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Grabow. „Unser Bauamt schätzt allerdings die Chance gering ein, dass es noch eine Änderung gibt, weil wahrscheinlich die Ausschreibungen schon laufen. Ich finde das Engagement der Bürger aber toll. Der Radweg würde die Infrastruktur stärken“, so Sternberg.


Gemeinde verwundert: Radweg war angesagt


Verwunderung spiegelt sich in der Stellungnahme der Gemeinde Milow. „Die Gemeinde hat bereits eine Bestätigung bekommen, dass ein Radweg von Grabow bis zunächst Bochin in den Radwegeentwicklungsplan aufgenommen wurde. Danach ist es geboten, bei dem Brückenbauwerk den Radweg bereits mit vorzusehen“, heißt es dort.

Die schon jetzt enorme Unterstützung zeigt, dass Tom Winter mit seinem Engagement den Bedarf der gesamten Region vertritt. „Grabow und Lenzen werden sich touristisch wunderbar ergänzen. Schulklassen und Kindergruppen, wie auch Senioren radeln sicher. Sport und Gesundheit wird gefördert, neue Geschäftszweige entstehen“, so der Milower. Aktive Erholung mit positivem Effekt für die Natur seien letztlich ein Gewinn für alle Menschen. Darum müssten bestehende Bauplanungen und eventuell laufende Ausschreibungen umgehend mit dem Radweg erweitert und umgesetzt werden, ist er überzeugt. „Dieser jetzt zusätzliche Aufwand ist vertretbar und deutlich geringer, als wenn der Radweg erst in ein paar Jahren als neues Projekt geplant werden würde. Die Petition läuft bis zum 16. April 2015. Jeder kann, ohne Mindestalter kostenlos teilnehmen, online oder auf Unterschriftenlisten“, so Tom Winter.

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