zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 11:29 Uhr

Dömitz : Kalisser Deich sicherer gemacht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Rekordhochwasser des Vorjahres wirkt auf Dömitzer Frühjahrsdeichschau nach / Abgeschlossene Sofortmaßnahmen begutachtet

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Für Walter Klamann ist es längst Routine. An jeder Station der diesjährigen Frühjahrsdeichschau im Bereich Dömitz gibt der Dömitzer Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (Stalu) ausführlich Auskunft: über Schäden, die das Hochwasser von Juni 2013 verursacht hat, über erfolgte oder geplante Sanierungsarbeiten, über aktuelle und vergangene Wasserstände… „Das muss so meine 40. Deichschau sein“, sagt er am Mittwoch, als er rund 40 Vertreter von Landkreis, Amt Dömitz-Malliß, Stalu, Bundeswehr, Katastrophenschutz und anderen Institutionen durch seinen Zuständigkeitsbereich führt. „Ich glaube, das reicht noch gar nicht.“

Trotz der langjährigen Erfahrungen in der Gewässerverwaltung gibt es auch für Walter Klamann immer wieder Überraschungen. „Dass der Wasserstand innerhalb eines Tages um einen Meter steigt, hatte ich zuvor noch nie erlebt“, sagt der 63-Jährige im Rückblick auf das letztjährige Jahrhunderthochwasser. Sonst seien bei Hochwasser 30 bis 40 Zentimeter normal. Doch normal war das Naturereignis des vergangenen Junis eben nicht. Und so ist es auch bei der Deichschau fast genau ein Jahr später noch das bestimmende Thema.

Am Auslaufbauwerk Dove Elbe informiert Klamann, dass das Hochwasser – wie andere Hochwasser zuvor – zu Sackungen an den Spundwänden geführt hätte. Da eine Prüfung überdies kleine Mängel an der Brücke ergeben hatte, sind nun Sanierungsarbeiten geplant. „Es sind Schäden, die bei Eisgang oder Eindringen von Wasser zu erheblichen Folgeschäden führen können“, erklärt Helmut Manthey (Stalu). Die geplante Sanierung soll im Herbst beginnen.

Am Schöpfwerk Floßgraben gibt es dann einen Grund zum Feiern. Die Erhöhung des rechten Löcknitzdeiches ist – nach einiger Verzögerung bei der Ansaat der Grasnarbe – abgeschlossen. Eine relativ kleine Baumaßnahme zwar, aber das letzte Mosaiksteinchen, das noch fehlte, um alle Deiche im Bereich Dömitz auf die Höhe des (noch) gültigen Bemessungshochwassers von 1983 plus Freibord zu bringen. „Eigentlich sollte das hier ein Abschluss sein, nun ist es nur eine Zwischenetappe“, stellt Stalu-Abteilungsleiter Frank Müller fest. „Die fünf großen Hochwasser seit 2002 haben uns vor Augen geführt, dass es nicht reicht.“

Auf dem Kalisser Deich macht Walter Klamann deutlich, wie gefährlich die Situation im Juni 2013 war. „Hier hatten wir laufende Meter Qualm- und Sickerwasserstellen. Wäre die Sickerlinie noch höher gestiegen, wäre der Deich aufgeschwommen.“ Obwohl der Deich – wie der Heiddorfer – durch die Aufschüttung einer landseitigen Berme sicherer geworden sei, werde er bei Hochwasser ein Schwerpunkt bleiben. Für eine Erhöhung würde man ein neues Bemessungshochwasser benötigen und viel Geld, so Klamann.

Nach rund sechs Stunden ist die Deichschau beendet. Für Walter Klamann soll es noch nicht die letzte gewesen sein. Drei oder vier wolle er noch mitmachen, ehe er in den Ruhestand geht, verrät der 63-Jährige.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen