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Ludwigsluster Tageblatt

17. Oktober 2017 | 17:17 Uhr

Neu Kaliss : Kaliß kämpft für seine Sparkasse

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Bewohner wollen ihr Geldinstitut behalten und sammelten dafür knapp 900 Unterschriften.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2017 | 07:00 Uhr

Die Kalisser kämpfen für ihre Sparkassen-Filiale. Knapp 900 Unterschriften sind in den vergangenen Tagen gesammelt und an das Geldinstitut geschickt worden, wo bis morgen die Entscheidung über das künftige Filialnetz fallen soll.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet in einer Gemeinde wie unserer, die sich in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich entwickelt hat, so ein Einschnitt erfolgen soll“, sagt Bürgermeister Burkhard Thees. Seiner Aussage nach gehen die Überlegungen der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin soweit, die bestehende Filiale zu schließen und stattdessen in einem Einkaufsmarkt Automaten aufzustellen. „Das würde aber bedeuten, dass sie vor und nach Ladenschluss nicht zu erreichen sind, was für viele Pendler, die spät nach Hause kommen, ein Problem darstellt“, so Thees.

Dass in Neu Kaliß nicht ständig Sparkassen-Personal vor Ort sein kann, sieht der Bürgermeister durchaus ein. „Aber warum kann der Raum, in dem derzeit Geldautomat, Kontoauszugsdrucker und der Kasten für Überweisungsbelege stehen, nicht weiter betrieben werden?“ fragt er. „Er ist technisch und in Sachen Sicherheit komplett ausgerüstet.“ Und in unmittelbarer Nachbarschaft mit Arzt, Zahnarzt, Physiotherapie, Bäcker und mehr auch ideal gelegen. Eine Mitarbeiterin der Sparkasse könnte bei Bedarf nach Terminabsprache nach Neu Kaliß kommen. Dafür würde die Gemeinde auch Räume zur Verfügung stellen. „Die Sparkasse darf sich nicht aus dem ländlichen Raum zurückziehen, sondern muss auf die Menschen hier zugehen“, so Thees. Mit dem Bus nach Dömitz zu fahren – selbst wenn es der häufiger verkehrende Rufbus wäre, könne gerade für die älteren Menschen doch nicht die Alternative sein.

Dass die niedrigen Zinsen auch der Sparkasse zu schaffen machen, dürfe nicht der einfache Bürger ausbaden müssen, wenn auf der anderen Seite weiter Großereignisse in der Region großzügig gefördert werden. Und der Bürgermeister würde sich wünschen, dass eine solche Entscheidung nicht am Tisch anhand von Karten getroffen wird. „Ich hoffe, dass die Entscheidung noch einmal zurückgestellt wird und der Verwaltungsrat sich die Region und das, was sich hier entwickelt hat, selbst anschaut“, so Thees. „Und dass wir gemeinsam nach einer Lösung suchen.“

Um Unterstützung hatte der Bürgermeister auch bei Landwirtschaftsminister Till Backhaus und Landrat Rolf Christiansen, der auch im Verwaltungsrat der Sparkasse sitzt, gebeten – „aber noch nichts gehört“. Dabei heiße es doch im Kreisentwicklungskonzept, über das die kreislichen Gremien gerade beraten, an vielen Stellen, dass der ländliche Raum gestärkt werden müsse. „Aber der Verlust dieser Serviceleistungen würde die Gemeinde schwächen.“

Mit Blick auf die Unterschriftensammlung erklärte Torsten Mönnich vom Vorstandsstab der Sparkasse: „Wir nehmen die berechtigten Wünsche der Neu-Kalisser Bürger ernst und werden auch im Verwaltungsrat unseres Hauses darüber berichten.“ Die Sparkasse werde ihr flächendeckendes Filialnetz aufrechterhalten. Überlegungen zu Filialschließungen würden sich nur in Bereichen ergeben, in denen es eine deutliche Ballung von relativ kleinen Filialen gibt.  

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